Archiv für den Monat: Mai 2015

StN: „Stadt will kein WLAN – Kein freies Internet für Flüchtlinge“

Heute erschien in der Onlineausgabe der Stuttgarter Nachtrichten (StN) ein Artikel zur Problematik der in Stuttgart lebenden Flüchtlingen, welche keinen freien Zugang zu Internet haben.
Bereits in der Vergangenheit haben wir berichtet, dass wir sehr gerne behilflich sind, Flüchtlingsunterkünfte mit Freifunk zu versorgen.
Gerade für Flüchtlinge ist es von immenser Bedeutung einen günstigen unbeschränkten Zugang zum Internet zu haben, um mit der Heimat zu kommunizieren, sich zu informieren oder Vokabeln nachzuschlagen. Aktuell ist die Situation für die meisten Flüchtlinge so, dass sie ihr weniges Geld für Prepaid-Karten ausgeben müssen, um Zugang zu mobilen Internet zu bekommen – denn einen Vertrag dürfen sie nicht abschließen. Das Problem dabei ist, dass das Datenvolumen nach kurzer Zeit aufgebraucht ist und somit ein sinnvolles kommunizieren nicht möglich ist.
Aus diesem Grund sind bereits Ende November erste Freundeskreise auf uns zugegangen. Bei unserem Februartreffen waren gar Vertreter von drei verschiedenen Freundeskreisen vor Ort.
Leider gibt es in keiner Stuttgarter Flüchtlingsunterkunft Freifunk, u.a. wegen der im Artikel der StN genannten unberechtigten Befürchtungen.
In Gomadingen auf der schwäbischen Alb gibt es beispielsweise seit über zehn Wochen Freifunk Stuttgart. Möglich wurde dies in Gomadingen, da auf Initiative des Gomadinger Asylkreises ein Internetanschluss in dem ehemaligen Feriendorf aktiviert werden konnte – finanziert durch den Freundeskreis. Außerdem haben weitere Menschen ihren Internetanschluss geteilt. Hier nochmals die Blogartikel vom 20. März2015 und dem 2. April 2015. Seither haben Mitglieder des Gomadinger Asylkreises das Netz weiter ausgebaut, so dass zur Zeit 26 Router betrieben werden, um 90 Menschen mit Freifunk zu versorgen.
Übrigens gab es seither weder in Gomadingen, noch im gesamten Freifunk Netz einen der „befürchteten Vorfälle“. Denn wer etwas illegales im Internet tun möchte, ist definitiv nicht auf ein freies WLAN angewiesen. Diese Personen kennen andere Wege, sich nicht nachvollziehbar im Netz zu bewegen oder verwenden eine anonyme Prepaidkarte. Im übrigen stellt Freifunk kein Anonymisierungsdienst oder ähnliches dar und es muss wohl nicht gesagt werden, dass Freifunk Stuttgart Straftaten nicht unterstützt, sondern im Gegenteil gesetzeskonform bei der Aufklärung von Straftaten mitwirkt – auch wenn wir hoffen, dass dies weiterhin nicht vorkommen wird.

Das Gomadinger Modell zeigt aber, wie es für die öffentliche Hand, Betreiber und die Menschen vor Ort schnell und einfach mit Freifunk ein Zugang zum Internet realisiert werden kann.

Wenn alles klappt, sollte bald eins der Stuttgarter Unterkünfte nach dem Gomadinger Vorbild online gehen. Sprich, der Internetanschluss läuft auf ein Mitglied des Freundeskreises, die Infrastruktur wird von Freifunk gestellt, die Routerhardware ebenfalls vom Freundeskreis.

Wir freuen uns auf einen Dialog mit der Stadt und stellen gerne Freifunk als Lösung vor, um mehr Menschen in Flüchtlingsunterkünften einen einfachen und kostengünstigen Internetzugang zu ermöglichen.

Update: Gestern ist in den Stuttgarter Nachrichten noch ein Artikel zur o.g. Stuttgarter Unterkunft erschienen, die ab Ende Juni mit freiem WLAN versorgt werden soll

Beitrag über Freifunk Stuttgart in STUGGI.TV

Kürzlich war ein Team von STUGGI.TV und die Jugendrätin Amelie Brey zu Gast bei einem Treffen im shackspace.
Dabei wurde Michael für ein Beitrag zur Sendung „Jugendrat aktuell“ interviewt. Die Frage war, wie sieht es aus mit kostenlosem Internet in der Stadt, da ja das Stadtmarketing bis zum Kirchentag vier Standorte errichten wollte. Darüber hinaus wollten sie aber auch Alternativen beziehungsweise Ergänzungen zeigen – also freies WLAN von Freifunk Stuttgart. Wie im Artikel der Stuttgarter Nachrichten angekündigt (siehe Blogpost vom 10.04.2015), ist ja unser Ziel 300 Router (Nodes) bis zum Kirchentag online zu bringen.
Beim Schreiben dieses Blogartikels waren 278 Nodes online 😀
Es fehlen also noch 22 Nodes bis zum 03.06.2015 – das ist sportlich, aber wenn man die Entwicklung (23.09.14 0 Nodes) sieht, ist dies möglich. Also packen wir es an: Verteilt weitere Router, sprecht Nachbarn, Kneipiers, Fitnessstudios, etc. an.

Und ansonsten schaut euch den angekündigten Beitrag von STUGGI.TV an.

1. Geburtstag Freifunk Stuttgart e.V.

Am 18.05.15 wurde der erste Geburtstag des Stuttgarter Freifunk Vereins gefeiert. Es war ein schöner gemütlicher Abend mit manchem Cocktail und der Gelegenheit viel zu plaudern.

Kurzer Rückblick: Am 18.05.2014 hatte Martin einen Vortrag über Freifunk Stuttgart auf der No-Spy-Konferenz (ehemals Prismcamp) gehalten. Die Teilnehmer waren so begeistert, dass noch am Abend der Freifunk Stuttgart Verein von 9 Personen gegründet wurde. Weitere Informationen sind auch im ersten Blogartikel zu finden.

Mittlerweile gibt es 24 Mitglieder (gestern Abend sind zwei weitere eingetreten), was aber noch wichtiger ist: Es gibt deutlich mehr aktive FreifunkerInnen in Stuttgart und die Zahl der online Router steigt fast täglich.

Im Cantina gab es fast alles, leckeres Essen, gute Cocktails – aber (noch?) kein Freifunk 🙁
Glücklicherweise hat Swen seinen mobilen Freifunkrouter mit LTE-Stick mitgebracht.

Swens mobiler Freifunk Router
Swens mobiler Freifunk Router

Übrigens: Die 3. No-Spy-Konferenz (3NSk) steht vor der Haustür (12.-14. Juni, Literaturhaus Stuttgart). Dort gibt es nicht nur Freifunk, sondern auch viele spannende Workshops und Vorträge – bei ausreichendem Interesse auch einen über Freifunk. Auf alle Fälle werden auch einige Freifunker vor Ort sein.

Freifunk Stuttgart auf der Steinlachmesse in Mössingen

Am Wochenende 09./10. Mai 2015 war Freifunk Stuttgart mit einem
Demo-Node auf der Steinlachmesse in Mössingen vertreten. Der Knoten war
mit 15-30 Clients durchgehend ziemlich gut belegt – wahrscheinlich
besser, als es der Uplink eigentlich hergegeben hat.

Demonode & Infotafel
Demonode & Infotafel

Die Steinlachmesse bietet regionalen Gewerbetreibenden eine Plattform
zum Austausch untereinander und mit Ihren Kunden – am Stand von „Theil
Internetmarketing“, die uns freundlicherweise einen Bereich für den
Demo-Node und eine Infotafel sowie den Uplink via LTE zur Verfügung
gestellt haben, ergaben sich einige sehr interessante Gespräche und
Diskussionen rund um das Freie Funknetz.

Bei einer Runde durch die Messe konnten wir außerdem unser Angebot und
den Verein bekanntmachen, indem wir gezielt örtliche Gewerbetreibende
angesprochen und mit unserem Universalflyer versorgt haben – nun bleibt
abzuwarten, ob im Kielwasser dieser recht spontanen Aktion das
Freifunk-Netz vielleicht noch um ein paar Knoten in Mössingen erweitert
werden wird.

Vielen Dank für den Beitrag & Foto an Frank!

Treffen 11.05.2015

Kurze Erinnerung an das Monatstreffen morgen um 19 Uhr im shackspace, Ulmer Str. 255, S-Wangen.
Eingeladen sind alle Interessierten, FreifunkerInnen, Vereinsmitglieder und solche die es werden wollen.

Wir haben wieder einige Punkte auf der Tagesordnung. Beispielsweise ein kurzer Bericht von der dauerhaften Freifunk-Installation im Literaturhaus.
Ebenso vom Flash in den Mai, wo nicht nur feurig gegrillt wurde,

Matze am Grill
Matze am Grill

sondern rund 20 Nodes eingerichtet wurden und insgesamt bis zu 50 Leute vor im und um den shackspace waren.

Weiter wird über neue Entwicklungen bei den Flüchtlingsunterkünften, die mit Freifunk Stuttgart versorgt werden bzw. versorgt werden sollen.

Ebenso wird der e.V. Thema sein: Nach der erfolgreichen Eintragung wurde nun ein Konto eröffent und somit können Mitgliedsbeiträge eingezogen werden. Wer möchte kann auch vor Ort Vereinsmitglied werden.

Und noch einige weitere Themen. Ihr seht es wird wieder einiges zu besprechen geben. Wer möchte kann auch gerne kompatible Hardware mitbringen und es wird beim Einrichten des Freifunk-Routers geholfen.

Über eine zahlreiche Teilnahme freuen wir uns! Wie immer kann man auch wieder Aufkleber bekommen.

PS Diese Woche waren erstmals zeitgleich über 250 Router und 700 Clients online. Für die 300 bis zum Kirchentag muss also noch was getan werden, aber es ist durchaus realistisch. 😀