Schlagwort-Archive: Schwäbische Alb

Ausbau in Gomadingen

Am 31.3. haben sich Flip, Christoph und Wilhelm nach Gomadingen aufgemacht, um das dort bestehende Freifunknetz weiter auszubauen. Wie bereits berichtet, konnten bei der ersten Aktion noch nicht alle Unterkünfte mit Freifunk versorgt werden. Außerdem sind bereits weitere Familien angekommen beziehungsweise werden erwartet, so dass bald 70 Flüchtlinge in dem ehemaligen Feriendorf leben.
Das bestehende Angebot wurde sehr gut angenommen. Allerdings ist der Datendurchsatz bei bis zu 30 Geräten parallel nicht immer ausreichend.

Ankündigung des AK Asyl Gomadingen
Ankündigung des AK Asyl Gomadingen

Bereits bei unserem ersten Besuch, ist uns die überragende Sicht auf das Dorf aufgefallen. Die naheliegende Idee: „Wir binden das Dorf an, um mehr Internetbandbreite (Uplink) ins Feriendorf zu bekommen.“
Ulrich war sofort von der Idee begeistert und konnte sehr schnell jemanden finden, der bereit ist ein Teil seiner Bandbreite zur Verfügung zu stellen.
Um dies alles zu realisieren, hat Ulrich vom Arbeitskreis Asyl Gomadingen weitere Ubiquiti Picostations (für die größeren Strecken) und TP-Link 841N (für die Häuser) besorgt.

Wilhelm und Flip beim Konfigurieren der Router
Wilhelm und Flip beim Konfigurieren der Router

Mit einer Zwischenstation auf dem Dach des ehemaligen Speisesaals des Feriendorfes, konnte das Apartmenthaus an das bestehende Netz und ins Dorf angebunden werden. Im Apartmenthaus wurden dann drei Nodes aufgestellt und im bestehenden Netz wurden zwei weitere Häuser mit eigenen Routern ausgestattet, um die Netzabdeckung zu verbessern.
In den jeweiligen Häusern wurden wir immer herzlich von den dort wohnenden Menschen empfangen und zu einer Tasse Tee oder Cafe und einer kleinen Unterhaltung eingeladen.

Auch das Wetter hat fast die ganze Zeit mitgespielt. So war es zu Beginn noch trocken und wir konnten die Picostation auf dem Dach des ehemaligen Speisesaals installieren.

Picostation auf dem Dach des Speisesaals
Picostation auf dem Dach des Speisesaals
Verlegen des Kabels ....
Verlegen des Kabels ….
... und Christoph sorgt dafür, dass es in den Speisesaal kommt
… und Christoph sorgt dafür, dass es in den Speisesaal kommt
Blick auf Gomadingen von ffs-feriendorf-gomadingen-pico1
Blick auf Gomadingen von ffs-feriendorf-gomadingen-pico1

Gegen Ende fing es an zu Regnen. Doch waren die Netzaufbauer bei den schlimmsten Regengüssen gerade in den Häusern zugange und blieben somit vor allzu schlimmer Nässe oder starken Windböen verschont.

Blick aufs Feriendorf aus Sicht der ffs-feriendorf-gomadingen-pico1
Blick aufs Feriendorf aus Sicht der Pico1

Als nächstes ging es zum neuen Uplink in Gomadingen. Vor Ort wurden wir sehr herzlich empfangen und konnten relativ zügig die zweite Picostation und den Uplink-Node installieren.

Die Verbindung ins Feriendorf.
Die Verbindung ins Feriendorf.

Als Nebeneffekt wird der Gomadinger Bahnhof durch den neuen Uplink abgedeckt. Somit hat Gomadingen den ersten Bahnhof im Stuttgarter Freifunknetz, der komplett mit Freifunk versorgt wird 😀

Bahnhof Gomadingen
Bahnhof Gomadingen

Deshalb tragen diese Nodes auch die Namen ffs-gomadingen-bhf und ffs-gomadingen-bhf-pico. Seit Dienstagnachmittag besteht das Netz in Gomadingen aus 14 Knoten und es mesht ganz ordentlich. Alle drei Picostations sind miteinander verbunden. Das Apartmenthaus „sieht“ nur die neue Picostation, die Häuser weiter südlich „sehen“ nur die erste Picostation. Dies hat den Nebeneffekt, dass sich die Last auf die beiden Internetzugänge besser verteilt.

Screenshot der Nodes (Punkte) und des Mesh-Netzwerk (grüne Linien)
Screenshot der Nodes (Punkte) und des Mesh-Netzwerk (grüne Linien) – Kartendaten von Lyrk & OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL

Es hat uns wieder Spass gemacht, das Freifunk Netz in Gomadingen auszubauen. Durch den zentralen Uplink im Dorf wird die Bandbreite und Ausfallsicherheit gesteigert. Außerdem können nun weitere Gomadinger in Funkreichweite das Netz erweitern und etwas Internetbandbreite teilen. Sollte Gomadingen noch flächendeckend mit Freifunk versorgt werden, wir sind bereit 😀

PS: Noch zwei Berichte des Arbeitskreises Asyl Gomdingen sind hier zu finden.

Flüchtlingsunterkünfte in Gomadingen mit Freifunk

Am 01.03.2015 hat uns Ulrich vom Arbeitskreis Asyl Gomadingen per E-Mail kontaktiert. Seine Frage lautete: „Gibt es eine Möglichkeit, das ehemalige Feriendorf auf der schwäbischen Alb mit Freifunk zu versorgen?“.
Die kurze Antwort lautete 20 Minuten später „Ja!“, denn wie bereits hier berichtet unterstützen wir solche Vorhaben. Allerdings ist es notwendig, dass eine Internetanbindung vor Ort oder im Dorf vorhanden sein muss.
Via Kurznachrichten hat Flip zugesagt, bei einer Umsetzung und Installation vor Ort zu helfen. Der Freundeskreis Asyl konnte einen Internetanschluss im Feriendorf organisieren.
Am 09.03.2015 hat Christoph beim Freifunktreffen im shackspace das Vorhaben vorgestellt. Das Projekt wurde im Plenum nicht nur positiv aufgenommen, sondern es haben sich einige Freifunker gefunden, die bei einem Vor-Ort-Termin und der Erstinstallation am 14.03. in Gomadingen unbedingt dabei sein wollten.
Ulrich hat zwei Freifunkrouter besorgt und sieben Freifunker haben sich mit etlicher Freifunk-Hardware und Equipment auf den Weg gemacht.

Teile des Equipments
Teile des Equipments

Vor Ort wurden wir von Jack, der guten Seele des Feriendorfs, Ulrich, den Bewohnern und Bürgermeister Betz freundlich empfangen.

Willkommens-Plakat im Gemeinschaftsraum
Plakat im Gemeinschaftsraum

Die Geräte wurden den ganzen Tag über konfiguriert und in den einzelnen Häusern installiert.

Wilhelm beim Vorbereiten der Router
Wilhelm beim Vorbereiten der Router

Der Uplink wird in Jacks Haus bereitgestellt und befindet sich in unmittelbarer Nähe des Gemeinschaftshauses.

Jacks Haus mit Uplink und Picostation auf dem Dach
Jacks Haus mit Uplink und Picostation auf dem Dach

In Jacks Haus befindet sich ein TP-Link 1043nd v2, ebenso im Gemeinschaftshaus. Das Signal wird von Jacks Haus über eine Ubiquiti Picostation auf dem Gelände verteilt, um die 66 bis 90 Meter zu den Unterkünften zu überwinden.

Blick auf die Häuser der Flüchtlinge
Blick auf die Häuser der Flüchtlinge

Das Signal der Picostation wird von drei TP-Link 841nd in den sechs Häusern der Flüchtlinge aufgegriffen und dort verteilt. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes Mesh-Netzwerk, d.h. die Systeme stellen selbständig Verbindungen untereinander her und wählen dabei ohne manuelle Eingriffe immer den besten Weg, so dass auch Erweiterungen einfach möglich sind.

TP-Link 841nd mit Blick auf Jacks Haus
TP-Link 841nd mit Blick auf Jacks Haus

Die Installation der Geräte wurde immer wieder „unterbrochen“ und wir wurden von der Gastfreundschaft der Bewohner überwältigt. Bei Kaffee und Tee konnten wir uns mit einigen Bewohnern austauschen. Dies war wirklich eindrucksvoll und hat uns in unserem Tun mehr als bestätigt.
Ein größeres Apartmenthaus konnte noch nicht versorgt werden, da dies hinter einer Kuppe liegt und damit keine direkte Funkverbindung besteht. Hierfür wäre eine weitere Picostation auf der Kuppe notwendig – oder die Anbindung an mit dem Internet verbundene Freifunk-Knoten im Ort.
Am Ende eines langen Tages sind die sieben Freifunker glücklich nach Hause gefahren.
Diesen Freitag wurde der Internetanschluss geschaltet und seitdem ist über das Freifunknetz auch der Zugang zum Internet möglich. Somit haben alle Bewohner in ihren Unterkünften oder zumindest im Gemeinschaftshaus, die Möglichkeit mit der Heimat zu kommunizieren, Vokabeln nach zu schlagen und sich zu informieren – ohne teures Datenpaket.

Screenshot der Nodes (Punkte) und des Mesh-Netzwerk (grüne Linien)
Screenshot der Nodes (Punkte) und des Mesh-Netzwerk (grüne Linien) – Kartendaten von Lyrk & OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL

Es war sicherlich nicht das letzte Mal im idyllischen Gomadingen – denn in den nächsten Monaten werden weitere Häuser bezogen und das Apartmenthaus gilt es zu versorgen – wir freuen uns!