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„Ein Weg zur Integration“

Am 24.05.2016 wurde von der evangelischen Landeskirche ein Artikel über Freifunk Stuttgart in der Flüchtlingshilfe veröffentlicht. Konkret geht es um eine Installation in der Kirchengemeinde Schlaitdorf. Dabei zeigt der Artikel nochmals sehr schön auf, weshalb freies WLAN in der Flüchtlingshilfe so wichtig ist und welche Rolle es für ein Gelingen der Integration spielt.

Aber nicht nur in der Flüchtlingshilfe ist ein freier Zugang zum Netz essentiell. Auch für viele weitere soziale Projekte ist dies hilfreich. So wurden in der Vergangenheit bereits Jugendhäuser und teilweise Obdachlosenunterkünfte mit Freifunk versorgt.

Damit dies aber möglich ist, ist neben den notwendigen Genehmigungen und Unterstützung ganz wichtig, dass es vor Ort FreifunkerInnen gibt, die solche Installationen umsetzen und später betreiben. Oftmals mangelt es da an Menschen vor Ort, die dies umsetzen können und in den bestehenden Strukturen fehlt  es den ehrenamtlichen Freifunkern oftmals an Zeit, um noch mehr Unterkünfte zu vernetzen.

Schon jeher wird in der Freifunk-Community „Hilfe zur Selbsthilfe“ groß geschrieben. Konkret heißt das, dass wir möglichst vielen Menschen beibringen möchten, wie Freifunk funktioniert und wie man am Freifunk-Netz aktiv mitarbeiten kann. Beispielsweise wie lokal in sozialen Einrichtungen Freifunk Knoten konfiguriert und aufgebaut werden können. Dieser „Bildungsauftrag“ ist auch eins der Ziele des Freifunk Stuttgart e.V. und unter anderem ein Grund weshalb dieser Verein vor zwei Jahren gegründet wurde.

Deshalb bieten wir, wie bereits im Blogartikel „Freifunktag im Evangelischen Medienhaus“ angekündigt,  in Kooperation mit dem Evangelischen Medienhaus einen ganztägigen Kurs für Haupt- und Ehrenamtliche an. Zum einen wird die Freifunkidee vorgestellt und was alles mehr hinter dem Freifunkgedanken stellt, zum anderen wird gezeigt, was in den letzten 18 Monaten alles in der Flüchtlingshilfe passiert ist. Daneben wird gezeigt, weshalb Freifunk auch bei anderen sozialen Projekten und eigentlich generell eine gute Idee ist. 😉

Nach dem Mittagessen geht es dann daran, selbstständig einen Freifunk-Router einzurichten und zu konfigurieren.

Was uns sehr freut ist, dass das Kursangebot bisher sehr gut angenommen wurde und einige Anmeldungen vorliegen. Für Kurzentschlossene gibt es noch Plätze. Der Kurs findet bereits kommenden Donnerstag, 09.06.2016 10-18 Uhr statt. Anmelden kann man sich direkt hier beim Evangelischen Medienhaus.

Wir sind selbst schon sehr gespannt und freuen uns auf die erste Veranstaltung in diesem Rahmen.

Wer Donnerstag keine Zeit hat kann sich selbstverständlich auch bei unseren monatlichen Treffen informieren. Das nächste findet am 13.06.2016 um 19 Uhr im shackspace, Ulmer Str. 255, S-Wangen statt.

Wem das zu spät sein sollte, besteht auch die Möglichkeit auf dem Tübinger Linuxtag TÜBIX zwei  Vorträgen zu Freifunk zu lauschen. Zum einen „Freifunk – Eine Utopie von freien Netzen“, zum anderen „WLAN an der Schule – Ein Konzept mit Freifunk, Unifi und linuxmuster.net“. Der diesjährige TÜBIX findet ganztägig am 11.06.2016 statt.

PS Der Artikel der evangelischen Landeskirche erschien auch am 27.05.2016 in der Esslinger Zeitung.

Freifunk hilft – ein chronologischer Rückblick

Aufmerksam auf das Thema Internetzugang für Flüchtlinge wurden wir Ende November 2014. Ein Aachener Freifunker mit Stuttgarter Wurzeln sprach uns an, dass er gerne für eine Stuttgarter Unterkunft Freifunk einrichten würde. Dabei wurde uns die Notwendigkeit eines freien Internetzugang für asylsuchende Menschen bewusst. Ursprünglicher Plan war es, dass noch im Dezember 2014 ein vom lokalen Freundeskreis finanzierter DSL-Anschluss geschaltet wird. Doch ganz so einfach war es nicht und ist es nicht – auch wenn sich einiges gebessert hat.

Anfang Februar kamen zu einem Treffen weitere Ehrenamtliche aus mehreren Freundes-/Arbeitskreisen mit dem selben Anliegen.
In der Folge nahmen die Ehrenamtlichen aus der Flüchtlingshilfe und wir mit den Trägern und der Stadt Stuttgart Gespräche auf.

Mitte März kam eine weitere Anfrage aus Gomadingen. Nach kurzem E-Mailverkehr und ein paar Telefonaten wurde bereits zwei Wochen später ein von den Ehrenamtlichen finanzierter DSL-Anschluss geschaltet. So dass wir Ende März mit mehreren Freifunkern und viel Hardware vor Ort waren und die erste Flüchtlingsunterkunft mit Freifunk Stuttgart versorgen konnten. In den folgenden Monaten waren wir immer wieder vor Ort und haben das Netz ausgebaut und optimiert – zuletzt im November.

Eine weitere Unterkunft folgte Ende Juni im Stuttgarter Süden (Anfrage der Ehrenamtlichen Anfang Februar). Diese Einrichtung wurde als Pilotprojekt vom Stuttgarter Sozialamt genehmigt. Auch hierbei wurde der DSL-Anschluss und die Hardware vom lokalen Freundeskreis finanziert. Der Anschluss läuft mit Genehmigung des Sozialamtes auf eine Privatperson, die sich im Freundeskreis engagiert. In dieser Unterkunft wird aktuell „nur“ der Gemeinschaftsraum versorgt. Auf Betreiben der Flüchtlinge soll dies bereits im Januar ausgebaut werden. Dieser Ausbau wird mit Spenden finanziert, die die Flüchtlinge durch ein Theaterstück eingenommen haben.

Von da an ging der Ausbau etwas schneller und die Anfragen häuften sich. Vor allem, als Ende Juli der Artikel bei der Flüchtlingshilfe Baden-Württemberg erschien und mittlerweile unsere Initiative auch im „Handbuch für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe“ des Landes Baden-Württembergs empfohlen wird.
Zudem erhielten wir einiges an medialem Interesse, sei es in den Stuttgarter Nachrichten, Stuttgarter Zeitung, Spiegel Online oder in der Süddeutschen Zeitung. Auch dies mündete in deutlich mehr Anfragen von Ehrenamtlichen, sozialen Trägern oder Kommunen.
Diese Entwicklungen machten es auch notwendig, dass sich jemand aus unserer Community zentral um solche Anfragen kümmert.

Bei unserem Treffen im September hat sich Arno Schenk bereit erklärt diese Aufgabe zu übernehmen. Für unsere Community und die asylsuchenden Menschen ein Glücksgriff und der Ausbau nahm rasant an Fahrt auf. Teilweise konnte mit Landkreisen mehrere Unterkunft auf einmal versorgt werden.

Außerdem gab es Routerspenden von TP-Link Deutschland und dem Stuttgarter Unternehmen Software4Professionals GmbH & co. KG. Daneben gab es diverse Spenden von FreifunkerInnen und anderen privaten Initiative, die direkt Unterkünfte im Ausbau unterstützen.

Seit Oktober ist es Dank Unitymedia auch möglich, dass der Internetanschluss vollkommen kostenfrei zur Verfügung gestellt wird. Dies muss im Einzelfall geprüft werden, z.B. ob ein Kabelanschluss vor Ort vorhanden ist , gibt es eine gemeinnützige Organisation auf die der kostenfreie Vertrag laufen kann, etc. Danach wird sehr schnell und unkompliziert der Internetanschluss geschaltet. Dies senkt immens den finanziellen Aufwand für die Freundeskreise und somit die damit verbundenen Hürden. Auf diese Weise konnten mittlerweile bereits 16 Unterkünfte angebunden werden.

Neben diesen Unterkünften werden mittlerweile insgesamt mehr als 45 Unterkünfte versorgt. Die Eingangs erwähnte Unterkunft wird leider immer noch nicht versorgt, da niemand aus dem Umfeld des Freundeskreises gefunden wurde, der einen Internetanschluss auf eigenen Namen buchen würde. Hoffentlich klappt es aber im kommenden Jahr – wir bleiben dran.

Eine erste Anlaufstelle zur Vorgehensweise ist in unseren FAQs zu finden.

Für weitere Fragen steht unser Flüchtlingshilfekoordinator Arno Schenk per E-Mail oder telefonisch 0711/6645781 zur Verfügung.

Neben dem Ausbau in Flüchtlingsunterkünften unterstützen wir gerne soziale Projekte und Einrichtungen aus anderen Bereichen. Sei es in Obdachlosenunterkünften, Altersheimen oder Jugendhäuser. So konnten beispielsweise auch drei Jugendhäuser angebunden werden.

Schöner Nebeneffekt von „Freifunk hilft“ ist, dass viele Ehrenamtliche aus der Flüchtlingshilfe mittlerweile auch aktive FreifunkerInnen sind und die Freifunk Knoten in den Unterkünften oder zu Hause warten. Auf der anderen Seite engagieren sich auch FreifunkerInnnen in den lokalen Freundeskreisen ihrer Gemeinden. Auch dieses Beispiel zeigt, Freifunk verbindet!

In diesem Sinne wünscht Freifunk Stuttgart einen guten Start ins Jahr 2016 – es gibt noch genug zu tun! 😀

Routerspenden für Flüchtlingsunterkünfte

Bereits Anfang Oktober wurden wir von der Software4Professionals GmbH & Co. KG kontaktiert, die jedes Jahr zur anstehenden Weihnachtszeit ein soziales Projekt unterstützt. Auf uns wurden sie aufmerksam durch unsere Aktivitäten in der Flüchtlingshilfe und wollten uns dabei durch eine Spende unterstützten.
Nach kurzem Mailwechsel hat die Software4Professionals GmbH & Co. KG uns bereits am 29.10.2015 vor einer Flüchtlingsunterkunft in S-Feuerbach zehn leistungsfähige TP-Link 1043nd v2 überreicht.

Übergabe der Router in S-Feuerbach
Übergabe der Router in S-Feuerbach

Drei der Geräte wurden direkt vor Ort konfiguriert. In den nächsten Tagen wird dort der DSL-Anschluss geschaltet werden und den Menschen vor Ort ist mit freiem WLAN geholfen.

Die anderen sieben Geräte werden in weiteren Unterkünften installiert, sobald der Internetanschlusstermin bekannt ist.

Außerdem hat uns in der vergangenen Woche eine Routerspende über den Förderverein freie Netzwerke e.V. erreicht. Der Förderverein erhielt von TP-Link Deutschland eine große Menge an TP-Link 841n.

Für die nächsten Unterkünfte haben wir also das perfekte Bundle: einen 1043er für den Uplink und ein-drei 841er um das Netz großflächig zu verteilen.

Von den TP-Link 841n konnten vergangenen Samstag direkt drei Geräte in Gomadingen beim Netzumbau verbleiben, da dort zeitnah mehr Gebäude mit Flüchtlingen belegt werden und diese aktuell nicht ausgeleuchtet sind.

Ein herzliches Dankeschön an die Spender für die großzügige Unterstützung!

Terminvorschau inkl. Rückblick

Sollte der Eindruck entstehen, dass bei Freifunk Stuttgart weniger los ist, so täuscht dies. Es ist eher so viel los, dass keine Zeit mehr zum Bloggen bleibt… 😀

Es sind in den letzten Wochen wieder mehrere Flüchtlingsunterkünfte vernetzt worden, so dass mittlerweile allein durch Freifunk Stuttgart über 20 Unterkünfte versorgt werden.

Nach dem Barcamp Stuttgart Ende September wurde auch das TEDx Stuttgart im Renitenztheater mit Freifunk Stuttgart versorgt. Als schöner Nebeneffekt sind im Renitenztheater gleich zwei Nodes „stehen geblieben“.

Neben diesen Events gab es noch viele weitere Aktivitäten, seien es Vorträge oder unser erstes „großes“ Mumbletreffen.

Nun zu den anstehenden Terminen:

Ihr seht, es gibt einiges zu tun und man kann sich gerne noch einbringen – am besten auf der Mailingliste melden oder auf dem Monatstreffen.
Auf der No-Spy Konferenz wird es neben der Freifunk Session auch viele weitere spannende Sessions geben. Für potentielle FreifunkerInnen besteht die Möglichkeit, mitgebrachte Hardware zusammen in einer Pause zu flashen.

Für die Messe Hobby & Elektronik können wir noch helfende Hände gebrauchen und Leute, um den Stand zu besetzen. Wer ausgefallene Freifunk-Bastelprojekte hat, kann die sehr gerne bei unserem Stand präsentieren.

Und last but not least wollen wir wieder versuchen den Weihnachtsmarkt Stuttgart – zumindest teilweise – mit Freifunk zu versorgen. Letztes Jahr ist uns das auf Teilen des Marktplatzes Dank Richtfunk-Uplink aus zwei km Entfernung gelungen (s. Blog Artikel vom 11.12.2014). Falls jemand Uplink temporär oder besser dauerhaft bereitstellen kann, bitte melden. Eventuell werden wir auch wie im letzten Jahr noch einmals durch die Läden und Kneipen bummeln auf der Suche nach Uplink und dem ein oder anderen Getränk… 😉

Dann bis zum nächsten kommenden Montag. Für die weitgereisten werden derzeit über die Mailingliste auch Mitfahrgelegenheiten koordiniert.

Bei der Sendung „Tandem Rakete“ auf SWR2, welche am Mittwoch den 28.10.2015 um 19:20 ausgestrahlt wurde, war Philippe, einer der Stuttgarter Freifunker zu Gast. Er berichtete über Freifunk und wie er bereits einige Flüchtlingsheime mit freiem Wlan versorgen konnte, was Flüchtlinge brauchen, um mit ihren Familien zu kommunizieren und um sich die Informationen zu besorgen, die sie für den Aufbau einer neuen Existenz in der Fremde brauchen.

Die Sendung ist unter folgendem Link zu finden: SWR2 Tandem Rakete mit Philippe

Aktuelles aus der Flüchtlingshilfe

In den letzten Tagen und Wochen tut sich rund um Freifunk einiges und speziell bei der Vernetzung von Flüchtlingsunterkünften hat sich eine schöne Dynamik entwickelt.
Beispielsweise waren beim Vortrag/Workshop im Rahmen der Fellbacher Weltwochen die Mehrheit der Gäste ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe aktiv. Einer dieser Ehrenamtlichen hat direkt vor Ort einen Node mitgenommen und versorgt nun Flüchtlinge mit Freifunk in seiner Gemeinde.

Daneben sind mehrere Flüchtlingsunterkünfte online gegangen, z.B. im Rems-Murr-Kreis, im Landkreis Esslingen, Ludwigsburg und an weiteren Orten. Auch werden die ersten Internetanschlüsse von der Kommune finanziert – die Mehrheit nach wie vor durch Spenden.

Das Land Baden-Württemberg hat zudem ein neues Handbuch für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe veröffentlicht. Dieses Handbuch ist nicht nur deshalb sinnvoll, weil wir auf S. 71 als „Prima Idee!“ genannt werden, sondern weil Ehrenamtliche bei fast allen Belangen Tipps bekommen.

In manchen Unterkünften wurde das Netz optimiert. So waren Flip und ich bereits vorletztes Wochenende in Gomadingen, um gemeinsam mit Ulrich das Netz umzustrukturieren und einen weiteren Uplink in Betrieb zu nehmen. Bei dieser Aktion sollte das Appartmenthaus besser vernetzt werden. Aufgrund der topografischen Situation war es nur schlecht per Richtfunk angebunden und einige Knoten haben bis zu sechs Hops benötigt, um ins Internet zu gelangen. Wir konnten in rund neun Stunden den neuen Internetanschluss direkt in dem Gebäude anbinden und vier Wohnungen direkt mit LAN-Kabel vernetzen, so dass die Freifunk-Knoten nicht mehr per Wifi-Mesh sondern per Mesh-on-LAN vernetzt sind und somit eine ganz andere Performance möglich ist. Wir haben wieder viele tolle Menschen kennengelernt, viele wollten uns helfen oder haben uns mit Kaffee und Tee versorgt.
Außerdem wurde ins Auge gefasst, wie auf ähnliche Weise weitere Gebäudekomplexe per LAN-Kabel vernetzt werden können und der Richtfunk-Backbone verbessert werden kann.

In S-Rohr wurde ebenfalls ein Outdoor-Router per LAN angebunden, um so mehrere Hops abzukürzen und das Netz zu optimieren. Hier waren maßgeblich Swen, Matze und Pi vor Ort aktiv. Auch die Sozialarbeiter unterstützen uns und sind an einer Verbesserung des Netzes interessiert. In Rohr soll ein möglicher Einsatz von PowerLAN Adaptern getestet werden.

Solche Adapter sind in Fellbach bereits teilweise im Einsatz, da die Metallcontainer das WLAN-Signal extrem dämpfen.

Ebenso hat sich organisatorisch einiges getan. Mit Arno Schenk haben wir nun einen Flüchtlingshilfekoordinator. Er ist unter freifunkhilft@freifunk-stuttgart.de erreichbar. Wie der Name der E-Mailadresse zeigt, ist diese Adresse für alle sozialen Projekte gedacht, die Informationen oder Unterstützung beim Einrichten eines Freifunk-Netzes benötigen.

Heute ist eine Kampagne gestartet, um Refugees Emancipation e.V. zu unterstützen. Refugees Emancipation hat das Ziel, Internetcafés in Flüchtlingsunterkünften aufzubauen. Das Besondere dabei ist, dass dies durch Asylsuchende und Flüchtlinge selbst organisiert und umgesetzt wird. Teilweise wird schon mit Freifunk kooperiert. Freifunk, aber auch viele andere Organisationen/Firmen wie der CCC oder die Digitale Gesellschaft unterstützen die aktuelle Spendenkampagne:
RE_SuperBanner

Freifunk in der Flüchtlingshilfe

Bereits in der Vergangenheit haben wir schon mehrfach über Freifunk in Flüchtlingsunterkünften berichtet. Aber auch die Medien haben dieses Thema aufgegriffen – zuletzt bei Spiegel Online, der Stuttgarter Zeitung oder den Stuttgarter Nachrichten (im Wiki findet sich eine Sammlung mit Links zu Berichten über Freifunk Stuttgart).
Auch aufgrund dieser Berichterstattung haben wir sehr viele Anfragen von Freundes- und Arbeitskreisen aus der Flüchtlingshilfe bekommen – überwiegend aus Baden-Württemberg, aber auch aus der ganzen Republik, z.B. aus Franken oder Sachsen. Dies freut uns und wir teilen gerne unsere Erfahrungen. Um aber die ersten aufkommenden Fragen vorab zu klären, haben wir einen neuen Punkt in unseren FAQs erstellt. Zudem hat der Freundeskreis Süd uns Dokumente zum Vorgehen und zu allgemeinen Fragen zur Verfügung gestellt, welche in unserem Wiki heruntergeladen werden können. Ein herzliches Dankeschön, dass der Freundeskreis seine Erfahrungen weitergibt. Sicherlich kann vieles auch auf andere Kommunen übertragen werden.

Außerdem wird seit dieser Woche im Landkreis Ludwigsburg eine weitere Flüchtlingsunterkunft mit Freifunk Stuttgart versorgt. Möglich gemacht hat dies ebenfalls der lokale Freundeskreis, der sogar die komplette Konfiguration und Installation übernommen hat. Somit werden aktuell über die Infrastruktur von Freifunk Stuttgart sechs Unterkünfte versorgt. Aber nicht nur Freifunk Stuttgart ist aktiv, sondern viele Freifunk Communities – wo überall, ist im Wiki von freifunk.net zu finden.

Ein weiterer Grund für diesen Blogbeitrag ist ein am 15.08.2015 erschienener Artikel auf der Homepage der Flüchtlinshilfe Baden-Württemberg, über den wir uns sehr gefreut haben. Zum einen werden dadurch mehr Leute darauf aufmerksam, dass durch Freifunk den Menschen einfach und kostengünstig Zugang zum Internet ermöglicht werden kann. Zum anderen freut uns die Ankündigung des Staatsministeriums, dass das Land Baden-Württemberg die Landeserstaufnahmestellen mit WLAN versorgen möchte. Wir Freifunker sind für Gespräche offen und helfen gerne bei der Umsetzung. Diese Aussage gilt vermutlich auch für die anderen Freifunk-Communities in Baden-Württemberg – sei es im Rhein-Neckar-Gebiet, in Karlsruhe, am Dreiländereck, in Ulm oder andernorts.

Treffen 10.08.2015

Kommenden Montag findet unser Monatstreffen um 19 Uhr im shackspace, Ulmer Str. 255, S-Wangen statt.
Eine Agenda wird im Wiki erstellt und darf ergänzt werden.
Themen sind u.a. die Entwicklungen im Gastro-Bereich, ein Rückblick auf das 36. U&D Festival (im Übrigen findet hierzu heute ein Vorbereitungstreffen im OpenLab statt). Außerdem ist nicht nur aufgrund der jüngsten Berichterstattung Freifunk in Flüchtlingsheimen ein Dauerthema. Zu guter Letzt die konkretere Planung von kommenden Veranstaltungen.

Wer Aufkleber benötigt oder unsere Flyer/Aufsteller „Digitale Gastfreundschaft“, kann beim Treffen welche bekommen (vorausgesetzt es sind vom U&D noch welche übrig 😉 ).

Wie immer sind alle Interessierten, FreifunkerInnen, Vereinsmitglieder und solche, die es werden wollen, herzlich eingeladen.

36. Umsonst & Draußen Stuttgart

Vom 7.-9. August 2015 findet das diesjährige U&D Stuttgart auf dem Unicampus in S-Vaihingen statt. Zum ersten mal wird auch Freifunk Stuttgart vor Ort sein.

Plakat 36. U&D Stuttgart
Plakat 36. U&D Stuttgart

Zum einen werden wir versuchen, das Areal und somit die Festivalbesucher mit Freifunk zu versorgen. Eine beachtliche Aufgabe, da mit bis zu 3000 Besuchern gerechnet wird. Eine Veranstaltung dieser Größe haben wir bislang noch nicht versorgt. Wir werden hoffentlich nicht nur Erfahrungen sammeln, sondern auch zufriedene Freifunknutzer hinterlassen 😉
An dieser Stelle auch schon mal vielen Dank an Selfnet e.V., die auf dem Vaihinger Campus Internet in den Wohnheimen zur Verfügung stellen und uns einen Uplink in einem nahegelegenen Wohnheim überlassen.

Daneben werden wir noch einen Infostand betreiben, an dem ihr alle Fragen bezüglich Freifunk loswerden könnt. Oder uns Rückmeldungen geben könnt.
Neben 18 Bands wird es noch ein Forum Migration geben. Hier findet unter anderem ein Erfahrungsaustausch von Flüchtlingen und Ehrenamtlichen statt. Wir werden versuchen, uns mit unseren Erfahrungen in der Flüchtlingshilfe einzubringen.

Hardwaretechnisch ist Christian bereits gut vorbereitet:

Christian hat seine Truhen geöffnet - 10 Ubiquiti M2 und 2 M5
Christian hat seine Truhen geöffnet

Dennoch können wir noch Installationsmaterial und beispielsweise Outdoor-Verlängerungskabel gebrauchen. Wer Interesse hat, den Stand mitzubetreuen oder bei Auf- und Abbau zu helfen, darf sich gerne auf der Mailingliste melden.
Generell besteht die Möglichkeit, auf dem Zeltplatz des U&D zu übernachten. Auch hier bitte zügig melden, damit wir noch einen Platz für das Zelt beim Veranstalter organisieren können.

Flüchtlingsunterkunft in Fellbach mit Freifunk versorgt

Seit knapp zwei Wochen wird in Fellbach die erste Flüchtlingsunterkunft mit Freifunk Stuttgart versorgt.
Bereits nach der gelungenen Installation in Gomadingen hat Freitag Kontakt zum Freundeskreis Asyl Fellbach aufgenommen. Stefan vom Freundeskreis war sofort begeistert von der Freifunk-Idee und wollte das in den Container-Unterkünften umsetzen. Ähnlich wie in den anderen Installationen, sollte der Internetanschluss über den Freundeskreis laufen und von diesem finanziert werden.
Nach einem ersten vor Ort Termin ging es in die Detailplanung. Es wurde ein Provider mit vierwöchiger Vertragslaufzeit gewählt und überlegt, welche Freifunk-Hardware vor Ort Sinn macht. Problem bei dieser Unterkunft ist nämlich, dass es sich um metallene Wohncontainer handelt, welche das WLAN-Signal entsprechend dämpfen.
Vor zwei Wochen wurde dann endlich der Internetanschluss freigeschaltet und Stefan konnte vier Router installieren. Mittlerweile hat Stefan die Platzierung der Freifunk-Knoten etwas optimiert und das Netz läuft stabil. Freifunk wurde sehr gut angenommen und die Bewohner sind mehr als glücklich. Surfen, Chatten und E-Mails schreiben funktioniert einwandfrei, gar Youtube-Clips laufen meist flüssig. Nur das Skypen klappt nicht zu jederzeit. Dies liegt unter anderem daran, dass sich bis zu 80 Endgeräte einen gewöhnlichen DSL-Anschluss teilen.

Mit dieser Unterkunft werden durch Freifunk Stuttgart in Kooperation mit dem jeweiligen Freundeskreis/Arbeitskreis fünf Unterkünfte versorgt. Weitere Flüchtlingsunterkünfte in Stuttgart und der Region haben Interesse bekundet. Teilweise ist aber die Bereitstellung eines Internetzugangs nicht einfach, da der Freundeskreis es zum einen finanzieren muss und zum anderen die Erlaubnis der Kommune bzw. des Eigentümers benötigt, in den Unterkünften eine Internetanschluss installieren zu lassen.

Bundesweit werden weit mehr Flüchtlingsunterkünfte durch die verschiedenen Freifunk-Communities versorgt. Eine Sammlung ist im freifunk.net Wiki zu finden.