Schlagwort-Archive: Flüchtlingsunterkünfte

Aktuelles aus der Flüchtlingshilfe

In den letzten Tagen und Wochen tut sich rund um Freifunk einiges und speziell bei der Vernetzung von Flüchtlingsunterkünften hat sich eine schöne Dynamik entwickelt.
Beispielsweise waren beim Vortrag/Workshop im Rahmen der Fellbacher Weltwochen die Mehrheit der Gäste ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe aktiv. Einer dieser Ehrenamtlichen hat direkt vor Ort einen Node mitgenommen und versorgt nun Flüchtlinge mit Freifunk in seiner Gemeinde.

Daneben sind mehrere Flüchtlingsunterkünfte online gegangen, z.B. im Rems-Murr-Kreis, im Landkreis Esslingen, Ludwigsburg und an weiteren Orten. Auch werden die ersten Internetanschlüsse von der Kommune finanziert – die Mehrheit nach wie vor durch Spenden.

Das Land Baden-Württemberg hat zudem ein neues Handbuch für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe veröffentlicht. Dieses Handbuch ist nicht nur deshalb sinnvoll, weil wir auf S. 71 als „Prima Idee!“ genannt werden, sondern weil Ehrenamtliche bei fast allen Belangen Tipps bekommen.

In manchen Unterkünften wurde das Netz optimiert. So waren Flip und ich bereits vorletztes Wochenende in Gomadingen, um gemeinsam mit Ulrich das Netz umzustrukturieren und einen weiteren Uplink in Betrieb zu nehmen. Bei dieser Aktion sollte das Appartmenthaus besser vernetzt werden. Aufgrund der topografischen Situation war es nur schlecht per Richtfunk angebunden und einige Knoten haben bis zu sechs Hops benötigt, um ins Internet zu gelangen. Wir konnten in rund neun Stunden den neuen Internetanschluss direkt in dem Gebäude anbinden und vier Wohnungen direkt mit LAN-Kabel vernetzen, so dass die Freifunk-Knoten nicht mehr per Wifi-Mesh sondern per Mesh-on-LAN vernetzt sind und somit eine ganz andere Performance möglich ist. Wir haben wieder viele tolle Menschen kennengelernt, viele wollten uns helfen oder haben uns mit Kaffee und Tee versorgt.
Außerdem wurde ins Auge gefasst, wie auf ähnliche Weise weitere Gebäudekomplexe per LAN-Kabel vernetzt werden können und der Richtfunk-Backbone verbessert werden kann.

In S-Rohr wurde ebenfalls ein Outdoor-Router per LAN angebunden, um so mehrere Hops abzukürzen und das Netz zu optimieren. Hier waren maßgeblich Swen, Matze und Pi vor Ort aktiv. Auch die Sozialarbeiter unterstützen uns und sind an einer Verbesserung des Netzes interessiert. In Rohr soll ein möglicher Einsatz von PowerLAN Adaptern getestet werden.

Solche Adapter sind in Fellbach bereits teilweise im Einsatz, da die Metallcontainer das WLAN-Signal extrem dämpfen.

Ebenso hat sich organisatorisch einiges getan. Mit Arno Schenk haben wir nun einen Flüchtlingshilfekoordinator. Er ist unter freifunkhilft@freifunk-stuttgart.de erreichbar. Wie der Name der E-Mailadresse zeigt, ist diese Adresse für alle sozialen Projekte gedacht, die Informationen oder Unterstützung beim Einrichten eines Freifunk-Netzes benötigen.

Heute ist eine Kampagne gestartet, um Refugees Emancipation e.V. zu unterstützen. Refugees Emancipation hat das Ziel, Internetcafés in Flüchtlingsunterkünften aufzubauen. Das Besondere dabei ist, dass dies durch Asylsuchende und Flüchtlinge selbst organisiert und umgesetzt wird. Teilweise wird schon mit Freifunk kooperiert. Freifunk, aber auch viele andere Organisationen/Firmen wie der CCC oder die Digitale Gesellschaft unterstützen die aktuelle Spendenkampagne:
RE_SuperBanner

Freifunk in der Flüchtlingshilfe

Bereits in der Vergangenheit haben wir schon mehrfach über Freifunk in Flüchtlingsunterkünften berichtet. Aber auch die Medien haben dieses Thema aufgegriffen – zuletzt bei Spiegel Online, der Stuttgarter Zeitung oder den Stuttgarter Nachrichten (im Wiki findet sich eine Sammlung mit Links zu Berichten über Freifunk Stuttgart).
Auch aufgrund dieser Berichterstattung haben wir sehr viele Anfragen von Freundes- und Arbeitskreisen aus der Flüchtlingshilfe bekommen – überwiegend aus Baden-Württemberg, aber auch aus der ganzen Republik, z.B. aus Franken oder Sachsen. Dies freut uns und wir teilen gerne unsere Erfahrungen. Um aber die ersten aufkommenden Fragen vorab zu klären, haben wir einen neuen Punkt in unseren FAQs erstellt. Zudem hat der Freundeskreis Süd uns Dokumente zum Vorgehen und zu allgemeinen Fragen zur Verfügung gestellt, welche in unserem Wiki heruntergeladen werden können. Ein herzliches Dankeschön, dass der Freundeskreis seine Erfahrungen weitergibt. Sicherlich kann vieles auch auf andere Kommunen übertragen werden.

Außerdem wird seit dieser Woche im Landkreis Ludwigsburg eine weitere Flüchtlingsunterkunft mit Freifunk Stuttgart versorgt. Möglich gemacht hat dies ebenfalls der lokale Freundeskreis, der sogar die komplette Konfiguration und Installation übernommen hat. Somit werden aktuell über die Infrastruktur von Freifunk Stuttgart sechs Unterkünfte versorgt. Aber nicht nur Freifunk Stuttgart ist aktiv, sondern viele Freifunk Communities – wo überall, ist im Wiki von freifunk.net zu finden.

Ein weiterer Grund für diesen Blogbeitrag ist ein am 15.08.2015 erschienener Artikel auf der Homepage der Flüchtlinshilfe Baden-Württemberg, über den wir uns sehr gefreut haben. Zum einen werden dadurch mehr Leute darauf aufmerksam, dass durch Freifunk den Menschen einfach und kostengünstig Zugang zum Internet ermöglicht werden kann. Zum anderen freut uns die Ankündigung des Staatsministeriums, dass das Land Baden-Württemberg die Landeserstaufnahmestellen mit WLAN versorgen möchte. Wir Freifunker sind für Gespräche offen und helfen gerne bei der Umsetzung. Diese Aussage gilt vermutlich auch für die anderen Freifunk-Communities in Baden-Württemberg – sei es im Rhein-Neckar-Gebiet, in Karlsruhe, am Dreiländereck, in Ulm oder andernorts.

Treffen 10.08.2015

Kommenden Montag findet unser Monatstreffen um 19 Uhr im shackspace, Ulmer Str. 255, S-Wangen statt.
Eine Agenda wird im Wiki erstellt und darf ergänzt werden.
Themen sind u.a. die Entwicklungen im Gastro-Bereich, ein Rückblick auf das 36. U&D Festival (im Übrigen findet hierzu heute ein Vorbereitungstreffen im OpenLab statt). Außerdem ist nicht nur aufgrund der jüngsten Berichterstattung Freifunk in Flüchtlingsheimen ein Dauerthema. Zu guter Letzt die konkretere Planung von kommenden Veranstaltungen.

Wer Aufkleber benötigt oder unsere Flyer/Aufsteller „Digitale Gastfreundschaft“, kann beim Treffen welche bekommen (vorausgesetzt es sind vom U&D noch welche übrig 😉 ).

Wie immer sind alle Interessierten, FreifunkerInnen, Vereinsmitglieder und solche, die es werden wollen, herzlich eingeladen.

Flüchtlingsunterkunft in Fellbach mit Freifunk versorgt

Seit knapp zwei Wochen wird in Fellbach die erste Flüchtlingsunterkunft mit Freifunk Stuttgart versorgt.
Bereits nach der gelungenen Installation in Gomadingen hat Freitag Kontakt zum Freundeskreis Asyl Fellbach aufgenommen. Stefan vom Freundeskreis war sofort begeistert von der Freifunk-Idee und wollte das in den Container-Unterkünften umsetzen. Ähnlich wie in den anderen Installationen, sollte der Internetanschluss über den Freundeskreis laufen und von diesem finanziert werden.
Nach einem ersten vor Ort Termin ging es in die Detailplanung. Es wurde ein Provider mit vierwöchiger Vertragslaufzeit gewählt und überlegt, welche Freifunk-Hardware vor Ort Sinn macht. Problem bei dieser Unterkunft ist nämlich, dass es sich um metallene Wohncontainer handelt, welche das WLAN-Signal entsprechend dämpfen.
Vor zwei Wochen wurde dann endlich der Internetanschluss freigeschaltet und Stefan konnte vier Router installieren. Mittlerweile hat Stefan die Platzierung der Freifunk-Knoten etwas optimiert und das Netz läuft stabil. Freifunk wurde sehr gut angenommen und die Bewohner sind mehr als glücklich. Surfen, Chatten und E-Mails schreiben funktioniert einwandfrei, gar Youtube-Clips laufen meist flüssig. Nur das Skypen klappt nicht zu jederzeit. Dies liegt unter anderem daran, dass sich bis zu 80 Endgeräte einen gewöhnlichen DSL-Anschluss teilen.

Mit dieser Unterkunft werden durch Freifunk Stuttgart in Kooperation mit dem jeweiligen Freundeskreis/Arbeitskreis fünf Unterkünfte versorgt. Weitere Flüchtlingsunterkünfte in Stuttgart und der Region haben Interesse bekundet. Teilweise ist aber die Bereitstellung eines Internetzugangs nicht einfach, da der Freundeskreis es zum einen finanzieren muss und zum anderen die Erlaubnis der Kommune bzw. des Eigentümers benötigt, in den Unterkünften eine Internetanschluss installieren zu lassen.

Bundesweit werden weit mehr Flüchtlingsunterkünfte durch die verschiedenen Freifunk-Communities versorgt. Eine Sammlung ist im freifunk.net Wiki zu finden.

2. Stuttgarter Flüchtlingsheim mit Freifunk

Was lange währt, wird endlich gut. Wie im letzten Blogartikel angekündigt, wird nun seit dem 24.06.2015 ein Flüchtlingsheim im Stuttgarter Süden mit Freifunk versorgt.
Möglich gemacht hat dies das Engagement des Freundeskreis Süd, insbesondere von Gido und Reinhard. Beide waren bereits seit längerem auf der Suche den Menschen in der Unterkunft kostengünstig Zugang zum Internet zu ermöglichen ohne rechtliche Bedenken für den Anschlussinhaber. Dank des Artikels im Lift Magazins wurde Reinhard auf Freifunk aufmerksam und prompt sind beide zu unserem Februartreffen im shackspace gekommen.
Dort konnten wir viele Fragen beantworten und gemeinsam nach einer Lösung suchen. Klar war, für Freifunk ist ein Internetanschluss vor Ort oder aus der Nachbarschaft notwendig. Dieses Problem galt es zu lösen. Nach vielen Gesprächen und diversen Schriftwechseln konnte Gido eine Lösung finden: Der Freundeskreis bekam die Erlaubnis einen DSL-Anschluss installieren zu lassen. Dieser Anschluss sowie der Freifunk-Router wird durch Spenden des Freundeskreises finanziert. Diesen Freifunk Router hat Flip konfiguriert.

Am Mittwoch sollte der Internetanschluss freigeschaltet werden. Nachmittags haben sich dann Gido und Reinhard vom Freundeskeis, sowie Flip und Christoph von den Freifunkern vor Ort getroffen. Gido hat noch den DSL-Router eingerichtet und Flip konnte direkt den Freifunk-Knoten einsöpseln.

Das Ergebnis sah folgendermaßen aus:

Drei glückliche Freifunker (cc-by-nc-nd Reinhard Otter)
Drei glückliche Freifunker (Creative Commons License Reinhard Otter. Dieses Bild steht unter Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 International License.)

Mit der jetzigen Konfiguration wird der Gemeinschaftsraum und Teile der Unterkünfte versorgt. Bereits am Mittwoch wurde das Angebot dankbar von den Bewohnern angenommen. So dass es auch hier ein Stück digitale Gastfreundschaft angekommen ist.

Unser neuer Aufsteller "Digitale Gastfreundschaft"
Unser neuer Aufsteller „Digitale Gastfreundschaft“

Über einen weiteren Ausbau des Netzes wird nachgedacht, damit die Flüchtlinge auch in ihren Zimmern das Freifunk-Netz nutzen können. Hierzu wäre allerdings mehr Bandbreite sinnvoll. Es gibt bereits Überlegungen der Bewohner, Teile des eingesparten Geld für mobiles Internet zu nutzen und in mehr Bandbreite und Freifunk-Knoten zu investieren. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass direkte Nachbarn etwas Bandbreite via Freifunk teilen.
Wer mehr Informationen zur Arbeit des Freundeskreises und zu deren WLAN-Projekt mit Freifunk haben möchte oder ein Teil seines Internets zur Verfügung stellen hat, hat morgen dem 27.06.2015 auf dem Heusteigviertel Straßenfest Gelegenheit dazu. Der Freundeskreis Süd wird dort Höhe Mozartstraße 32 von 13-18 Uhr mit einen Infostand vertreten sein. Vor Ort wird temporär ein mobiler Freifunk-Zugang vorhanden sein.

Diese Lösung zeigt, dass es ähnlich wie in Gomadingen auch in Stuttgart funktionieren kann. Also durch eine Privatinitiative kann ein DSL-Anschluss sowie die Hardware finanziert werden und mit der Freifunk-Technologie der Zugang ins Netz risikolos ermöglicht werden. Dauerhaft wäre es natürlich schön, wenn sich von politischer Seite etwas ändern würde, dass solche Konstrukte nicht mehr notwendig sind. Doch bis dahin kann diese Einrichtung hoffentlich als Modell für weitere Stuttgarter Flüchtlingsunterkünfte dienen.

1. Stuttgarter Flüchtlingsunterkunft mit Freifunk

Seit vergangenem Freitag wird die Flüchtlingsunterkunft in S-Rohr mit Freifunk versorgt. Dies war relativ kurzfristig durch die Vorarbeit des Stuttgarter Hackerspace shackspace möglich. Dank dem ehrenamtlichen Engagement des shackspace wurde über Spenden bereits ein Internetanschluss finanziert und vor Ort ein Internetcafé eingerichtet. Wie die Stuttgarter Nachrichten berichteten, war das Problem, dass die rund 180 Bewohner nur zu bestimmten Zeiten Zugang zu den vier PCs hatten und dann beaufsichtigt surfen konnten.
Da viele Bewohner über ein WLAN-fähiges Gerät verfügen (z.B. preiswertes Smartphone, gespendete Notebooks), war ein unbeschränkter Zugang zum Internet der logische Schritt. Andrerseits gilt in Deutschland die Störerhaftung und Anschlussinhaber sind im Zweifelsfall haftbar. Dieses Problem kann mit der Freifunk gelöst werden.
Anders als im Zeitungsartikel geschrieben, „verschleiern“ wir keine „Spuren“, sondern schützen Menschen, die kostenfrei ihren Internetzugang teilen. Diesen Aufbau verwenden auch immer mehr kommerzielle Hotspot Betreiber für Gastronomen o.ä. Deshalb sei hier auch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Freifunk kein Anonymisierungsdienst ist.

Der Kontakt zum shackspace war schnell aufgebaut, da dort auch unsere monatlichen Treffen stattfinden.

Letztlich waren wir zu sechst und konnten direkt elf Router installieren. Der Großteil der Router wurden von den Freifunkern und Pi gespendet. Die beiden leistungsstärkeren Router TP-Link 1043nd v2 & TP-Link WDR3600 stellen die Verbindung ins Internet her und wurden vom Freundeskreis der Flüchtlingsunterkunft finanziert.

Matze beim Konfigurieren eines Routers
Matze beim Konfigurieren eines Routers

Flächenmäßig konnten mit dieser Installation so gut wie alle Bereiche in den beiden Gebäuden abgedeckt werden. Die Router sind per Funk verbunden (meshen), wodurch keine Netzwerkkabel installiert werden mussten. Allerdings werden vom am weitesten entfernten Router fünf Hops bis zu den beiden Uplink-Nodes im Internetcafé benötigt. Dies und die hohe Anzahl an Benutzer führt dazu, dass man surfen, Kurznachrichten und E-Mails schicken kann. Das schauen von Youtube-Clips ist je nach Standort möglich.
In einer zweiten Runde wird versucht die Konfiguration zu optimieren und durch die Installation eines Outdoorrouters die Anzahl der Hops zu verringern. Eventuell kann sich der Freifunk-Router Betreiber direkt nördlich der Einrichtung melden. Bei Interesse könnte dessen Node in das Mesh eingebunden werden.

Knoten & Mesh in der Arthurstraße
Knoten & Mesh in der Arthurstraße ((Kartendaten von OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL)

Insgesamt war es eine gelungene Aktion. Vielleicht etwas hemdsärmelig umgesetzt, denn bei drei Routern sind momentan keine Koordinaten eingetragen – dies soll aber in der zweiten Runde geändert werden.
Meist sind zwischen 40 und 50 Endgeräte zeitgleich online.

Wer sich fragt, weshalb wir auch Flüchtlingsheime mit Freifunk versorgen, sollte den Kontakt zu Flüchtlingen aufnehmen und mit diesen Menschen darüber reden, welche Bedeutung es für sie hat. Leon Scherfig, der Autor des oben genannten Zeitungsartikels, hat zu dem Thema auch einen sehr guten Kommentar geschrieben.

Freifunk Stuttgart unterstützt aus diesen Gründen aus vollster Überzeugung solche Projekte. Darüber hinaus machen wir Freifunk nicht nur für Flüchtlinge, sondern für alle! Und das ohne Anmeldung, ohne zeitliche Limitierung und ohne Filterung. Jeder ist eingeladen Freifunk zu benutzen und den eigenen Internetanschluss zu teilen. Je mehr Menschen digitale Gastfreundschaft vorleben, desto höher ist die Chance, dass man vor Ort einen Freifunkknoten findet. Wer teilt gewinnt!

Wie ein Freifunk-Router eingerichtet wird, wird im Wiki erklärt. Bei einem Treffen helfen wir auch bei der Konfiguration.
Gerne unterstützen wir auch andere soziale Einrichtungen (z.B. Obdachlosenheime, Suppenküchen, Jugendhäuser, o.ä.) bei der Installation der Router. Was wir benötigen, ist ein Internetzugang vor Ort oder aus der Nachbarschaft, sowie kompatible Router.

Bei Bedarf einfach melden. Wir helfen gerne weiter oder können bei Einrichtungen auch einen vor Ort Termin machen und konkret erklären, wie das mit dem Freifunk funktioniert 😉

Bereits Ende Juni wird ein weiteres Flüchtlingsheim im Stuttgarter Süden durch das Engagement des dortigen Freundeskreises und Freifunk Stuttgart ans Netz gehen – wir freuen uns!

StN: „Stadt will kein WLAN – Kein freies Internet für Flüchtlinge“

Heute erschien in der Onlineausgabe der Stuttgarter Nachtrichten (StN) ein Artikel zur Problematik der in Stuttgart lebenden Flüchtlingen, welche keinen freien Zugang zu Internet haben.
Bereits in der Vergangenheit haben wir berichtet, dass wir sehr gerne behilflich sind, Flüchtlingsunterkünfte mit Freifunk zu versorgen.
Gerade für Flüchtlinge ist es von immenser Bedeutung einen günstigen unbeschränkten Zugang zum Internet zu haben, um mit der Heimat zu kommunizieren, sich zu informieren oder Vokabeln nachzuschlagen. Aktuell ist die Situation für die meisten Flüchtlinge so, dass sie ihr weniges Geld für Prepaid-Karten ausgeben müssen, um Zugang zu mobilen Internet zu bekommen – denn einen Vertrag dürfen sie nicht abschließen. Das Problem dabei ist, dass das Datenvolumen nach kurzer Zeit aufgebraucht ist und somit ein sinnvolles kommunizieren nicht möglich ist.
Aus diesem Grund sind bereits Ende November erste Freundeskreise auf uns zugegangen. Bei unserem Februartreffen waren gar Vertreter von drei verschiedenen Freundeskreisen vor Ort.
Leider gibt es in keiner Stuttgarter Flüchtlingsunterkunft Freifunk, u.a. wegen der im Artikel der StN genannten unberechtigten Befürchtungen.
In Gomadingen auf der schwäbischen Alb gibt es beispielsweise seit über zehn Wochen Freifunk Stuttgart. Möglich wurde dies in Gomadingen, da auf Initiative des Gomadinger Asylkreises ein Internetanschluss in dem ehemaligen Feriendorf aktiviert werden konnte – finanziert durch den Freundeskreis. Außerdem haben weitere Menschen ihren Internetanschluss geteilt. Hier nochmals die Blogartikel vom 20. März2015 und dem 2. April 2015. Seither haben Mitglieder des Gomadinger Asylkreises das Netz weiter ausgebaut, so dass zur Zeit 26 Router betrieben werden, um 90 Menschen mit Freifunk zu versorgen.
Übrigens gab es seither weder in Gomadingen, noch im gesamten Freifunk Netz einen der „befürchteten Vorfälle“. Denn wer etwas illegales im Internet tun möchte, ist definitiv nicht auf ein freies WLAN angewiesen. Diese Personen kennen andere Wege, sich nicht nachvollziehbar im Netz zu bewegen oder verwenden eine anonyme Prepaidkarte. Im übrigen stellt Freifunk kein Anonymisierungsdienst oder ähnliches dar und es muss wohl nicht gesagt werden, dass Freifunk Stuttgart Straftaten nicht unterstützt, sondern im Gegenteil gesetzeskonform bei der Aufklärung von Straftaten mitwirkt – auch wenn wir hoffen, dass dies weiterhin nicht vorkommen wird.

Das Gomadinger Modell zeigt aber, wie es für die öffentliche Hand, Betreiber und die Menschen vor Ort schnell und einfach mit Freifunk ein Zugang zum Internet realisiert werden kann.

Wenn alles klappt, sollte bald eins der Stuttgarter Unterkünfte nach dem Gomadinger Vorbild online gehen. Sprich, der Internetanschluss läuft auf ein Mitglied des Freundeskreises, die Infrastruktur wird von Freifunk gestellt, die Routerhardware ebenfalls vom Freundeskreis.

Wir freuen uns auf einen Dialog mit der Stadt und stellen gerne Freifunk als Lösung vor, um mehr Menschen in Flüchtlingsunterkünften einen einfachen und kostengünstigen Internetzugang zu ermöglichen.

Update: Gestern ist in den Stuttgarter Nachrichten noch ein Artikel zur o.g. Stuttgarter Unterkunft erschienen, die ab Ende Juni mit freiem WLAN versorgt werden soll

Treffen 11.05.2015

Kurze Erinnerung an das Monatstreffen morgen um 19 Uhr im shackspace, Ulmer Str. 255, S-Wangen.
Eingeladen sind alle Interessierten, FreifunkerInnen, Vereinsmitglieder und solche die es werden wollen.

Wir haben wieder einige Punkte auf der Tagesordnung. Beispielsweise ein kurzer Bericht von der dauerhaften Freifunk-Installation im Literaturhaus.
Ebenso vom Flash in den Mai, wo nicht nur feurig gegrillt wurde,

Matze am Grill
Matze am Grill

sondern rund 20 Nodes eingerichtet wurden und insgesamt bis zu 50 Leute vor im und um den shackspace waren.

Weiter wird über neue Entwicklungen bei den Flüchtlingsunterkünften, die mit Freifunk Stuttgart versorgt werden bzw. versorgt werden sollen.

Ebenso wird der e.V. Thema sein: Nach der erfolgreichen Eintragung wurde nun ein Konto eröffent und somit können Mitgliedsbeiträge eingezogen werden. Wer möchte kann auch vor Ort Vereinsmitglied werden.

Und noch einige weitere Themen. Ihr seht es wird wieder einiges zu besprechen geben. Wer möchte kann auch gerne kompatible Hardware mitbringen und es wird beim Einrichten des Freifunk-Routers geholfen.

Über eine zahlreiche Teilnahme freuen wir uns! Wie immer kann man auch wieder Aufkleber bekommen.

PS Diese Woche waren erstmals zeitgleich über 250 Router und 700 Clients online. Für die 300 bis zum Kirchentag muss also noch was getan werden, aber es ist durchaus realistisch. 😀

Ausbau in Gomadingen

Am 31.3. haben sich Flip, Christoph und Wilhelm nach Gomadingen aufgemacht, um das dort bestehende Freifunknetz weiter auszubauen. Wie bereits berichtet, konnten bei der ersten Aktion noch nicht alle Unterkünfte mit Freifunk versorgt werden. Außerdem sind bereits weitere Familien angekommen beziehungsweise werden erwartet, so dass bald 70 Flüchtlinge in dem ehemaligen Feriendorf leben.
Das bestehende Angebot wurde sehr gut angenommen. Allerdings ist der Datendurchsatz bei bis zu 30 Geräten parallel nicht immer ausreichend.

Ankündigung des AK Asyl Gomadingen
Ankündigung des AK Asyl Gomadingen

Bereits bei unserem ersten Besuch, ist uns die überragende Sicht auf das Dorf aufgefallen. Die naheliegende Idee: „Wir binden das Dorf an, um mehr Internetbandbreite (Uplink) ins Feriendorf zu bekommen.“
Ulrich war sofort von der Idee begeistert und konnte sehr schnell jemanden finden, der bereit ist ein Teil seiner Bandbreite zur Verfügung zu stellen.
Um dies alles zu realisieren, hat Ulrich vom Arbeitskreis Asyl Gomadingen weitere Ubiquiti Picostations (für die größeren Strecken) und TP-Link 841N (für die Häuser) besorgt.

Wilhelm und Flip beim Konfigurieren der Router
Wilhelm und Flip beim Konfigurieren der Router

Mit einer Zwischenstation auf dem Dach des ehemaligen Speisesaals des Feriendorfes, konnte das Apartmenthaus an das bestehende Netz und ins Dorf angebunden werden. Im Apartmenthaus wurden dann drei Nodes aufgestellt und im bestehenden Netz wurden zwei weitere Häuser mit eigenen Routern ausgestattet, um die Netzabdeckung zu verbessern.
In den jeweiligen Häusern wurden wir immer herzlich von den dort wohnenden Menschen empfangen und zu einer Tasse Tee oder Cafe und einer kleinen Unterhaltung eingeladen.

Auch das Wetter hat fast die ganze Zeit mitgespielt. So war es zu Beginn noch trocken und wir konnten die Picostation auf dem Dach des ehemaligen Speisesaals installieren.

Picostation auf dem Dach des Speisesaals
Picostation auf dem Dach des Speisesaals
Verlegen des Kabels ....
Verlegen des Kabels ….
... und Christoph sorgt dafür, dass es in den Speisesaal kommt
… und Christoph sorgt dafür, dass es in den Speisesaal kommt
Blick auf Gomadingen von ffs-feriendorf-gomadingen-pico1
Blick auf Gomadingen von ffs-feriendorf-gomadingen-pico1

Gegen Ende fing es an zu Regnen. Doch waren die Netzaufbauer bei den schlimmsten Regengüssen gerade in den Häusern zugange und blieben somit vor allzu schlimmer Nässe oder starken Windböen verschont.

Blick aufs Feriendorf aus Sicht der ffs-feriendorf-gomadingen-pico1
Blick aufs Feriendorf aus Sicht der Pico1

Als nächstes ging es zum neuen Uplink in Gomadingen. Vor Ort wurden wir sehr herzlich empfangen und konnten relativ zügig die zweite Picostation und den Uplink-Node installieren.

Die Verbindung ins Feriendorf.
Die Verbindung ins Feriendorf.

Als Nebeneffekt wird der Gomadinger Bahnhof durch den neuen Uplink abgedeckt. Somit hat Gomadingen den ersten Bahnhof im Stuttgarter Freifunknetz, der komplett mit Freifunk versorgt wird 😀

Bahnhof Gomadingen
Bahnhof Gomadingen

Deshalb tragen diese Nodes auch die Namen ffs-gomadingen-bhf und ffs-gomadingen-bhf-pico. Seit Dienstagnachmittag besteht das Netz in Gomadingen aus 14 Knoten und es mesht ganz ordentlich. Alle drei Picostations sind miteinander verbunden. Das Apartmenthaus „sieht“ nur die neue Picostation, die Häuser weiter südlich „sehen“ nur die erste Picostation. Dies hat den Nebeneffekt, dass sich die Last auf die beiden Internetzugänge besser verteilt.

Screenshot der Nodes (Punkte) und des Mesh-Netzwerk (grüne Linien)
Screenshot der Nodes (Punkte) und des Mesh-Netzwerk (grüne Linien) – Kartendaten von Lyrk & OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL

Es hat uns wieder Spass gemacht, das Freifunk Netz in Gomadingen auszubauen. Durch den zentralen Uplink im Dorf wird die Bandbreite und Ausfallsicherheit gesteigert. Außerdem können nun weitere Gomadinger in Funkreichweite das Netz erweitern und etwas Internetbandbreite teilen. Sollte Gomadingen noch flächendeckend mit Freifunk versorgt werden, wir sind bereit 😀

PS: Noch zwei Berichte des Arbeitskreises Asyl Gomdingen sind hier zu finden.

Flüchtlingsunterkünfte in Gomadingen mit Freifunk

Am 01.03.2015 hat uns Ulrich vom Arbeitskreis Asyl Gomadingen per E-Mail kontaktiert. Seine Frage lautete: „Gibt es eine Möglichkeit, das ehemalige Feriendorf auf der schwäbischen Alb mit Freifunk zu versorgen?“.
Die kurze Antwort lautete 20 Minuten später „Ja!“, denn wie bereits hier berichtet unterstützen wir solche Vorhaben. Allerdings ist es notwendig, dass eine Internetanbindung vor Ort oder im Dorf vorhanden sein muss.
Via Kurznachrichten hat Flip zugesagt, bei einer Umsetzung und Installation vor Ort zu helfen. Der Freundeskreis Asyl konnte einen Internetanschluss im Feriendorf organisieren.
Am 09.03.2015 hat Christoph beim Freifunktreffen im shackspace das Vorhaben vorgestellt. Das Projekt wurde im Plenum nicht nur positiv aufgenommen, sondern es haben sich einige Freifunker gefunden, die bei einem Vor-Ort-Termin und der Erstinstallation am 14.03. in Gomadingen unbedingt dabei sein wollten.
Ulrich hat zwei Freifunkrouter besorgt und sieben Freifunker haben sich mit etlicher Freifunk-Hardware und Equipment auf den Weg gemacht.

Teile des Equipments
Teile des Equipments

Vor Ort wurden wir von Jack, der guten Seele des Feriendorfs, Ulrich, den Bewohnern und Bürgermeister Betz freundlich empfangen.

Willkommens-Plakat im Gemeinschaftsraum
Plakat im Gemeinschaftsraum

Die Geräte wurden den ganzen Tag über konfiguriert und in den einzelnen Häusern installiert.

Wilhelm beim Vorbereiten der Router
Wilhelm beim Vorbereiten der Router

Der Uplink wird in Jacks Haus bereitgestellt und befindet sich in unmittelbarer Nähe des Gemeinschaftshauses.

Jacks Haus mit Uplink und Picostation auf dem Dach
Jacks Haus mit Uplink und Picostation auf dem Dach

In Jacks Haus befindet sich ein TP-Link 1043nd v2, ebenso im Gemeinschaftshaus. Das Signal wird von Jacks Haus über eine Ubiquiti Picostation auf dem Gelände verteilt, um die 66 bis 90 Meter zu den Unterkünften zu überwinden.

Blick auf die Häuser der Flüchtlinge
Blick auf die Häuser der Flüchtlinge

Das Signal der Picostation wird von drei TP-Link 841nd in den sechs Häusern der Flüchtlinge aufgegriffen und dort verteilt. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes Mesh-Netzwerk, d.h. die Systeme stellen selbständig Verbindungen untereinander her und wählen dabei ohne manuelle Eingriffe immer den besten Weg, so dass auch Erweiterungen einfach möglich sind.

TP-Link 841nd mit Blick auf Jacks Haus
TP-Link 841nd mit Blick auf Jacks Haus

Die Installation der Geräte wurde immer wieder „unterbrochen“ und wir wurden von der Gastfreundschaft der Bewohner überwältigt. Bei Kaffee und Tee konnten wir uns mit einigen Bewohnern austauschen. Dies war wirklich eindrucksvoll und hat uns in unserem Tun mehr als bestätigt.
Ein größeres Apartmenthaus konnte noch nicht versorgt werden, da dies hinter einer Kuppe liegt und damit keine direkte Funkverbindung besteht. Hierfür wäre eine weitere Picostation auf der Kuppe notwendig – oder die Anbindung an mit dem Internet verbundene Freifunk-Knoten im Ort.
Am Ende eines langen Tages sind die sieben Freifunker glücklich nach Hause gefahren.
Diesen Freitag wurde der Internetanschluss geschaltet und seitdem ist über das Freifunknetz auch der Zugang zum Internet möglich. Somit haben alle Bewohner in ihren Unterkünften oder zumindest im Gemeinschaftshaus, die Möglichkeit mit der Heimat zu kommunizieren, Vokabeln nach zu schlagen und sich zu informieren – ohne teures Datenpaket.

Screenshot der Nodes (Punkte) und des Mesh-Netzwerk (grüne Linien)
Screenshot der Nodes (Punkte) und des Mesh-Netzwerk (grüne Linien) – Kartendaten von Lyrk & OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL

Es war sicherlich nicht das letzte Mal im idyllischen Gomadingen – denn in den nächsten Monaten werden weitere Häuser bezogen und das Apartmenthaus gilt es zu versorgen – wir freuen uns!