Flüchtlingsunterkunft in Fellbach mit Freifunk versorgt

Seit knapp zwei Wochen wird in Fellbach die erste Flüchtlingsunterkunft mit Freifunk Stuttgart versorgt.
Bereits nach der gelungenen Installation in Gomadingen hat Freitag Kontakt zum Freundeskreis Asyl Fellbach aufgenommen. Stefan vom Freundeskreis war sofort begeistert von der Freifunk-Idee und wollte das in den Container-Unterkünften umsetzen. Ähnlich wie in den anderen Installationen, sollte der Internetanschluss über den Freundeskreis laufen und von diesem finanziert werden.
Nach einem ersten vor Ort Termin ging es in die Detailplanung. Es wurde ein Provider mit vierwöchiger Vertragslaufzeit gewählt und überlegt, welche Freifunk-Hardware vor Ort Sinn macht. Problem bei dieser Unterkunft ist nämlich, dass es sich um metallene Wohncontainer handelt, welche das WLAN-Signal entsprechend dämpfen.
Vor zwei Wochen wurde dann endlich der Internetanschluss freigeschaltet und Stefan konnte vier Router installieren. Mittlerweile hat Stefan die Platzierung der Freifunk-Knoten etwas optimiert und das Netz läuft stabil. Freifunk wurde sehr gut angenommen und die Bewohner sind mehr als glücklich. Surfen, Chatten und E-Mails schreiben funktioniert einwandfrei, gar Youtube-Clips laufen meist flüssig. Nur das Skypen klappt nicht zu jederzeit. Dies liegt unter anderem daran, dass sich bis zu 80 Endgeräte einen gewöhnlichen DSL-Anschluss teilen.

Mit dieser Unterkunft werden durch Freifunk Stuttgart in Kooperation mit dem jeweiligen Freundeskreis/Arbeitskreis fünf Unterkünfte versorgt. Weitere Flüchtlingsunterkünfte in Stuttgart und der Region haben Interesse bekundet. Teilweise ist aber die Bereitstellung eines Internetzugangs nicht einfach, da der Freundeskreis es zum einen finanzieren muss und zum anderen die Erlaubnis der Kommune bzw. des Eigentümers benötigt, in den Unterkünften eine Internetanschluss installieren zu lassen.

Bundesweit werden weit mehr Flüchtlingsunterkünfte durch die verschiedenen Freifunk-Communities versorgt. Eine Sammlung ist im freifunk.net Wiki zu finden.

11 Gedanken zu „Flüchtlingsunterkunft in Fellbach mit Freifunk versorgt

  1. Kleine Medienresonanzanalyse

    Aufgrund des Impacts im deutschsprachigen Raum, sei erwähnt das Freifunk Stuttgart im Kontext zum Ausbau von Flüchtlingsheimen, das erste mal auch bei PI-News erwähnt wurde. (bassierend auf altem STN Artikel)

    http://www.pi-news.net/2015/07/freies-internet-fuer-fluechtlinge/

    Interessanterweise nicht mal explizit negativ, im Hinblick auf Freifunk allgemein oder im speziellen die Freifunk-Stuttgart e.V.

    In Zeiten von PEGIDA sollten wir auch diese Seite (nicht Webseite) im Blickfeld haben/behalten. Denn wie man in dem redaktionellen Teil und insb. den Kommentaren sehr sehr gut studieren kann, sind die Argumente geradezu spezifisch und irgendwann auch jene mit denen man konfrontiert wird und Antworten haben sollte/geben können muss.

    Stichwort Mobilfunk/Flatrates vs. freies Netzwerk. Man hält beides ja gerne für ein und das selbe. *hust letztes Freifunktreffen*;-)

  2. Danke Jochen für Link.

    Im Raum Stuttgart ist es gerade noch viel geiler! Ich empfehle die 3 Seiten des Städtetages zu dem auch Stuttgart gehört zu lesen. Da zieht es einem die Schuhe aus!

    Zitat: „Der Stand der Ausbauplanungen ist in den Landkreisen sehr unterschiedlich. Im Landkreis Lud-wigsburg hat sich das Landratsamt bisher auf ausdrücklichen Wunsch der Bürgermeisterversamm-lung zunächst nicht mit dem Ausbau der Dateninfrastruktur befasst. Im Hinblick auf die Entwick-lungen in den Nachbarlandkreisen haben wir das Thema erneut auf die Tagesordnung gesetzt und konnten in den letzten Monaten bei den Damen und Herren Oberbürgermeister und Bürgermeister ein gewisses Umdenken feststellen.“

    http://www.landkreis-ludwigsburg.de/sbi/getfile.php?id=19747&type=do&PHPSESSID=hwroatlswd

    Man hat schlichtweg kein Geld mehr bzw. hält schlichtweg anderes für wichtiger. Was Teilweise auch stimmt, denn im Kreis Ludwigsburg werden bei Schulen schon die Fenster zugenagelt weil man kein Geld mehr hat sie zu reparieren bevor sie auf die Schüler stürzen. Auch sind die Sanitäranlagen auf Gymniasien in einem dermaßen katastrophalen Zustand, das Schüler nur noch zu Hause aufs Klo gehen wollen. Symptome.

    Die Wahrheit ist, dass aus gutem Grund viele Firmen gerade in Ludwigsburg zu gemacht haben (z.B. aufgrund bewussten und absichtlichen Ausbaus des Ludwigsburger Bahnhofs zum Drogenumschlagsplatz No.1 in der Region) oder abgewandert sind z.B. aktuell Wüstenrot Versicherung nach Kornwestheim, weil die Rahmenbedingungen der Stadt zu schlecht geworden sind.

    Rahmenbedingungen wie den Internetausbau mit Vectoring der Telekom die nächsten 5 Jahre verzögert durch Erteilung eines Baustops, weil man ja selbst großspurig Glasfasernetzbetreiber werden will, um es mit einem Hussarenstück der Telekom irgendwann wieder zu vermieten. Die wird bestimmt Hurra! schreien. lol

    Über dieses Glasfasernetz soll dann „voll inovativ“ mehr als 20 (kommerzielle) Wlanknoten mit 100 Mbit angebunden werden. Darauf kam eine Firma des sog. „IT Brunch“ die gleich mal so sehr Kohle gewittert hat, das sie ihren Sitz vom Bodensee gleich nach Ludwigsburg verlegt hat. Das Beste ist aber diesbezüglich die schamlose Ankündigung den Wlan Traffic kommerziell per Deep Packet Inspection auszuwerten.

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    Grundsätzlich hat der Städtetag/Bürgermeister/Kommunen das Grundsatzproblem „Internet 1.0“ genauso wenig begriffen, wie die Stadt Stuttgart im besonderen.

    Das „Internet 1.0“ ohne Freifunk schlichtweg ein vollüberwachtes, ausgewertetes, Personen bewertendes Stasi 2.0 Netz ist, quasi ein Honey-Pod, indem wir propriäteren Provider-Firmwaremüll haben bzw. den Provider in unserem LAN zu Hause ist, wir komplett deanonymisiert sind (dank Googles Andoidgeräten und Korrellationen von GPS, SSIDs, Cockies, Gesprächsinhalten, Userkontakte, Funkzellen, etc. pp. ist das valide möglich, auch ohne das einem selbst der Anschluss gehört) und nicht zuletzt DNS/IP/Youtube/Gema Zensiert-gesperrt-geblocktes und vom Provider gedrosseltes Internet 2015 made in Germany.

    Das könnte einem ja egal sein, als deutscher Staatsbürger. Aber wenn ich als Staat, Stadt oder Institution den Schutz und die Obhut übernehme, dann sollte ich auch dieser Verantwortung nachkommen und „Flüchtlinge“ mit Grund zur Flucht, doch vor Verfolgung ihrer Person bzw. Angehörige ggf. noch vor Ort auch adequat schützen.

    Bekanntlich kooperieren ja viele große Firmen mit vielen pösen asylgrundverursachenden Länder, damit sie einen Fuß rein ins Land bekommen. Auch Google, Facebook und co.

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