Ich bin der ursprüngliche Verfasser des Textes und der der da aufgeräumt hat.
Die Infrastruktur ist so wie sie ist weil sie so ist.
Freifunk Stuttgart ist im Gegensatz zu vielen anderen Freifunk Communities sehr dezentral aufgestellt. Es gibt nicht das zentrale Freifunk Stuttgart Infrastruktur Netz und so eines zu erzeugen über ein VPN würde die Vorteile des Salt gerade mal wieder auffressen.
Faktisch machen wir mit salt ein paar Dinge, die allermeisten Dinge aber nicht, schon weil keiner die States schreibt. Und die States die geschrieben sind, sind teilweise eben genau mit so schlechten Dingen wie Version Pinning. Einfach die States von anderen kopieren macht dabei nichts besser weil schlichtweg das Wissen anschließend fehlt was wo warum passiert.
Mir ist das klar dass man Versionen nicht pinnt, wenn man Sicherheitsupdates haben will, aber ich bin nicht alleine und möchte es auch nicht sein. Da muss ich dann leider ab und an mal nicht nur meinen Mist wegräumen sondern auch den von anderen.
Hinterher irgendwo ein ‚NIEMALS‘ schreiben ist ein bisschen arg einfach. Und wenn ‚NIEMALS‘ so ein Konsens wäre, dann würden da jetzt auch nicht ein paar 100 Leute in irgend einem Chat ihre zig tausend über das Internet verstreute Kisten wieder einsammeln. Es gibt immer einen Kontext und eine Risikoabschätzung.
Da Du so auf den Debian-Teil eingehst:
Debian hat ein Security-Team und eine Policy. Pakete haben eine Urgency, wenn die auf critical gesetzt gewesen wäre, wäre schon am 30.04. (Donnerstag) das Paket Richtung buster/security gewandert. So war am Sonntag auch in bullseye noch ein verwundbares Paket. Wir verwenden unglücklicherweise buster, das ist auch heute noch verwundbar und vom 24.05.2019.
Offensichtlich hat das Debian salt Team eine Buildchain aufgebaut die kurzfristig aktuelle Pakete in den normalen Debian Releasezyklus ein bringt. Das ist super. In diesem speziellen Fall hat aber leider keiner gemerkt dass es hier um einen remote Root Exploit geht und da manuell eingegriffen. Das stört mich nicht besonders, das wäre nur eine Möglichkeit gewesen zu verhindern, dass ich das Zeug zusammen räumen musste. Das hab ich auch so geschrieben. Deshalb ist Debian nicht schuld, hätte den Exploit aber verhindern können. Debian bekommt deshalb auch kein Sternchen.
Eine andere Möglichkeit wäre gewesen, den unattended-upgrade Filter vom Normalfall abweichend so zu setzen, dass das salt-Paket vom Salt-Repository aktualisiert wird. Das hätte sogar auf denen geklappt auf denen eine alte Version durch ein hardcoded altes Repository genutzt wird. Das war 2019.2. Dummerweise hat mit den ganzen Automatismen keiner gemerkt, dass da ein Key vom aktuellen apt nicht mehr akzeptiert wird. Deshalb wäre es dann trotzdem schief gegangen. Da ist dann Freifunk Stuttgart schuld. Hätten wir mal nur Leute ran gelassen die wissen was sie tun und genügend Zeit haben um das Wissen auch umzusetzen, hätten wir mal ein Monitoring aufgebaut um den kaputten Key für das Repository zu bemerken, hätten wir einfach auf Salt verzichtet und was genommen wo der Transportweg von etwas mehr Leuten betrachtet wird. Da bekommen wir halt auch kein Sternchen.
Nun sind wir aber alle Menschen die das in ihrer Freizeit machen mit einem eher rudimentären Regelwerk und sehr großer Unabhängigkeit. Wir haben drei voneinander unabhängige Gatewaybetreiber, die die Gateways zwar Interfacekompatibel zueinander bauen, aber doch auf sehr verschiedene Art und Weise. Dazu noch den Verein der auch Betreiber ist und wo sich die Varianten zusammen finden. Mit dem Rest der Infrastruktur ist es ähnlich. Da sind Kisten mit Salt komplett, Kisten mit Salt Basis + Handarbeit, Kisten ohne Salt. Das ist leider der Preis der Freiheit.