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Freifunktag im Evangelischen Medienhaus

Das Evangelische Medienhaus der württembergischen Landeskirche veranstaltet in Kooperation mit Freifunk Stuttgart e.V. einen Freifunktag. Die Veranstaltung findet am 09.06.2016 09:00-18:00 Uhr in den Räumen des Evangelischen Medienhauses statt.

Dabei wird in Vorträgen Freifunk an sich vorgestellt und über Erfahrungen in der Flüchtlingshilfe berichtet. Dabei werden auch weitere Einsatzmöglichkeiten aufgezeigt, z.B. in Gemeindehäusern oder Jugendtreffs.

Neben Vortrag und Diskussion gibt es auch einen praktischen Teil, in dem die TeilnehmerInnen in Workshops selbst einen Freifunk-Router installieren und verschiedene Setups konfigurieren. Das benötigte Gerät wird dabei gestellt und darf nach der Veranstaltung mit nach Hause genommen werden. So dass nur ein Notebook (Linux, Windows, Mac OS) mit Netzwerkanschluss mitgebrachten werden sollte. Für Verpflegung ist durch das Evangelische Medienhaus gesorgt.

Wir freuen uns sehr über diese Kooperation und sind sehr gespannt, wie viele Menschen als KursteilnehmerIn kommen und als FreifunkerIn gehen.

Eine Anmeldung ist online beim Evangelischen Medienhaus möglich. Zielgruppe sind Hauptamtliche und Ehrenamtliche aus der Gemeindearbeit.

Treffen 14.03.2016

Kurzes Memo:  Morgen findet das Monatstreffen des Freifunk Stuttgart statt. Wie immer um 19 Uhr im shackspace, Ulmer Straße 255, Stuttgart Wangen.

Themen u.a. Flash in den Mai, Freifunk Baden-Württemberg Community Treffen auf der Gulaschprogrammiernacht in Karlsruhe, akuelles aus der Flüchtlingshilfe und vieles mehr. Die vorläufige Agenda ist im Wiki zu finden und darf gerne ergänzt werden.

Freifunk hilft – ein chronologischer Rückblick

Aufmerksam auf das Thema Internetzugang für Flüchtlinge wurden wir Ende November 2014. Ein Aachener Freifunker mit Stuttgarter Wurzeln sprach uns an, dass er gerne für eine Stuttgarter Unterkunft Freifunk einrichten würde. Dabei wurde uns die Notwendigkeit eines freien Internetzugang für asylsuchende Menschen bewusst. Ursprünglicher Plan war es, dass noch im Dezember 2014 ein vom lokalen Freundeskreis finanzierter DSL-Anschluss geschaltet wird. Doch ganz so einfach war es nicht und ist es nicht – auch wenn sich einiges gebessert hat.

Anfang Februar kamen zu einem Treffen weitere Ehrenamtliche aus mehreren Freundes-/Arbeitskreisen mit dem selben Anliegen.
In der Folge nahmen die Ehrenamtlichen aus der Flüchtlingshilfe und wir mit den Trägern und der Stadt Stuttgart Gespräche auf.

Mitte März kam eine weitere Anfrage aus Gomadingen. Nach kurzem E-Mailverkehr und ein paar Telefonaten wurde bereits zwei Wochen später ein von den Ehrenamtlichen finanzierter DSL-Anschluss geschaltet. So dass wir Ende März mit mehreren Freifunkern und viel Hardware vor Ort waren und die erste Flüchtlingsunterkunft mit Freifunk Stuttgart versorgen konnten. In den folgenden Monaten waren wir immer wieder vor Ort und haben das Netz ausgebaut und optimiert – zuletzt im November.

Eine weitere Unterkunft folgte Ende Juni im Stuttgarter Süden (Anfrage der Ehrenamtlichen Anfang Februar). Diese Einrichtung wurde als Pilotprojekt vom Stuttgarter Sozialamt genehmigt. Auch hierbei wurde der DSL-Anschluss und die Hardware vom lokalen Freundeskreis finanziert. Der Anschluss läuft mit Genehmigung des Sozialamtes auf eine Privatperson, die sich im Freundeskreis engagiert. In dieser Unterkunft wird aktuell „nur“ der Gemeinschaftsraum versorgt. Auf Betreiben der Flüchtlinge soll dies bereits im Januar ausgebaut werden. Dieser Ausbau wird mit Spenden finanziert, die die Flüchtlinge durch ein Theaterstück eingenommen haben.

Von da an ging der Ausbau etwas schneller und die Anfragen häuften sich. Vor allem, als Ende Juli der Artikel bei der Flüchtlingshilfe Baden-Württemberg erschien und mittlerweile unsere Initiative auch im „Handbuch für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe“ des Landes Baden-Württembergs empfohlen wird.
Zudem erhielten wir einiges an medialem Interesse, sei es in den Stuttgarter Nachrichten, Stuttgarter Zeitung, Spiegel Online oder in der Süddeutschen Zeitung. Auch dies mündete in deutlich mehr Anfragen von Ehrenamtlichen, sozialen Trägern oder Kommunen.
Diese Entwicklungen machten es auch notwendig, dass sich jemand aus unserer Community zentral um solche Anfragen kümmert.

Bei unserem Treffen im September hat sich Arno Schenk bereit erklärt diese Aufgabe zu übernehmen. Für unsere Community und die asylsuchenden Menschen ein Glücksgriff und der Ausbau nahm rasant an Fahrt auf. Teilweise konnte mit Landkreisen mehrere Unterkunft auf einmal versorgt werden.

Außerdem gab es Routerspenden von TP-Link Deutschland und dem Stuttgarter Unternehmen Software4Professionals GmbH & co. KG. Daneben gab es diverse Spenden von FreifunkerInnen und anderen privaten Initiative, die direkt Unterkünfte im Ausbau unterstützen.

Seit Oktober ist es Dank Unitymedia auch möglich, dass der Internetanschluss vollkommen kostenfrei zur Verfügung gestellt wird. Dies muss im Einzelfall geprüft werden, z.B. ob ein Kabelanschluss vor Ort vorhanden ist , gibt es eine gemeinnützige Organisation auf die der kostenfreie Vertrag laufen kann, etc. Danach wird sehr schnell und unkompliziert der Internetanschluss geschaltet. Dies senkt immens den finanziellen Aufwand für die Freundeskreise und somit die damit verbundenen Hürden. Auf diese Weise konnten mittlerweile bereits 16 Unterkünfte angebunden werden.

Neben diesen Unterkünften werden mittlerweile insgesamt mehr als 45 Unterkünfte versorgt. Die Eingangs erwähnte Unterkunft wird leider immer noch nicht versorgt, da niemand aus dem Umfeld des Freundeskreises gefunden wurde, der einen Internetanschluss auf eigenen Namen buchen würde. Hoffentlich klappt es aber im kommenden Jahr – wir bleiben dran.

Eine erste Anlaufstelle zur Vorgehensweise ist in unseren FAQs zu finden.

Für weitere Fragen steht unser Flüchtlingshilfekoordinator Arno Schenk per E-Mail oder telefonisch 0711/6645781 zur Verfügung.

Neben dem Ausbau in Flüchtlingsunterkünften unterstützen wir gerne soziale Projekte und Einrichtungen aus anderen Bereichen. Sei es in Obdachlosenunterkünften, Altersheimen oder Jugendhäuser. So konnten beispielsweise auch drei Jugendhäuser angebunden werden.

Schöner Nebeneffekt von „Freifunk hilft“ ist, dass viele Ehrenamtliche aus der Flüchtlingshilfe mittlerweile auch aktive FreifunkerInnen sind und die Freifunk Knoten in den Unterkünften oder zu Hause warten. Auf der anderen Seite engagieren sich auch FreifunkerInnnen in den lokalen Freundeskreisen ihrer Gemeinden. Auch dieses Beispiel zeigt, Freifunk verbindet!

In diesem Sinne wünscht Freifunk Stuttgart einen guten Start ins Jahr 2016 – es gibt noch genug zu tun! 😀

Terminvorschau inkl. Rückblick

Sollte der Eindruck entstehen, dass bei Freifunk Stuttgart weniger los ist, so täuscht dies. Es ist eher so viel los, dass keine Zeit mehr zum Bloggen bleibt… 😀

Es sind in den letzten Wochen wieder mehrere Flüchtlingsunterkünfte vernetzt worden, so dass mittlerweile allein durch Freifunk Stuttgart über 20 Unterkünfte versorgt werden.

Nach dem Barcamp Stuttgart Ende September wurde auch das TEDx Stuttgart im Renitenztheater mit Freifunk Stuttgart versorgt. Als schöner Nebeneffekt sind im Renitenztheater gleich zwei Nodes „stehen geblieben“.

Neben diesen Events gab es noch viele weitere Aktivitäten, seien es Vorträge oder unser erstes „großes“ Mumbletreffen.

Nun zu den anstehenden Terminen:

Ihr seht, es gibt einiges zu tun und man kann sich gerne noch einbringen – am besten auf der Mailingliste melden oder auf dem Monatstreffen.
Auf der No-Spy Konferenz wird es neben der Freifunk Session auch viele weitere spannende Sessions geben. Für potentielle FreifunkerInnen besteht die Möglichkeit, mitgebrachte Hardware zusammen in einer Pause zu flashen.

Für die Messe Hobby & Elektronik können wir noch helfende Hände gebrauchen und Leute, um den Stand zu besetzen. Wer ausgefallene Freifunk-Bastelprojekte hat, kann die sehr gerne bei unserem Stand präsentieren.

Und last but not least wollen wir wieder versuchen den Weihnachtsmarkt Stuttgart – zumindest teilweise – mit Freifunk zu versorgen. Letztes Jahr ist uns das auf Teilen des Marktplatzes Dank Richtfunk-Uplink aus zwei km Entfernung gelungen (s. Blog Artikel vom 11.12.2014). Falls jemand Uplink temporär oder besser dauerhaft bereitstellen kann, bitte melden. Eventuell werden wir auch wie im letzten Jahr noch einmals durch die Läden und Kneipen bummeln auf der Suche nach Uplink und dem ein oder anderen Getränk… 😉

Dann bis zum nächsten kommenden Montag. Für die weitgereisten werden derzeit über die Mailingliste auch Mitfahrgelegenheiten koordiniert.

Aktuelles aus der Flüchtlingshilfe

In den letzten Tagen und Wochen tut sich rund um Freifunk einiges und speziell bei der Vernetzung von Flüchtlingsunterkünften hat sich eine schöne Dynamik entwickelt.
Beispielsweise waren beim Vortrag/Workshop im Rahmen der Fellbacher Weltwochen die Mehrheit der Gäste ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe aktiv. Einer dieser Ehrenamtlichen hat direkt vor Ort einen Node mitgenommen und versorgt nun Flüchtlinge mit Freifunk in seiner Gemeinde.

Daneben sind mehrere Flüchtlingsunterkünfte online gegangen, z.B. im Rems-Murr-Kreis, im Landkreis Esslingen, Ludwigsburg und an weiteren Orten. Auch werden die ersten Internetanschlüsse von der Kommune finanziert – die Mehrheit nach wie vor durch Spenden.

Das Land Baden-Württemberg hat zudem ein neues Handbuch für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe veröffentlicht. Dieses Handbuch ist nicht nur deshalb sinnvoll, weil wir auf S. 71 als „Prima Idee!“ genannt werden, sondern weil Ehrenamtliche bei fast allen Belangen Tipps bekommen.

In manchen Unterkünften wurde das Netz optimiert. So waren Flip und ich bereits vorletztes Wochenende in Gomadingen, um gemeinsam mit Ulrich das Netz umzustrukturieren und einen weiteren Uplink in Betrieb zu nehmen. Bei dieser Aktion sollte das Appartmenthaus besser vernetzt werden. Aufgrund der topografischen Situation war es nur schlecht per Richtfunk angebunden und einige Knoten haben bis zu sechs Hops benötigt, um ins Internet zu gelangen. Wir konnten in rund neun Stunden den neuen Internetanschluss direkt in dem Gebäude anbinden und vier Wohnungen direkt mit LAN-Kabel vernetzen, so dass die Freifunk-Knoten nicht mehr per Wifi-Mesh sondern per Mesh-on-LAN vernetzt sind und somit eine ganz andere Performance möglich ist. Wir haben wieder viele tolle Menschen kennengelernt, viele wollten uns helfen oder haben uns mit Kaffee und Tee versorgt.
Außerdem wurde ins Auge gefasst, wie auf ähnliche Weise weitere Gebäudekomplexe per LAN-Kabel vernetzt werden können und der Richtfunk-Backbone verbessert werden kann.

In S-Rohr wurde ebenfalls ein Outdoor-Router per LAN angebunden, um so mehrere Hops abzukürzen und das Netz zu optimieren. Hier waren maßgeblich Swen, Matze und Pi vor Ort aktiv. Auch die Sozialarbeiter unterstützen uns und sind an einer Verbesserung des Netzes interessiert. In Rohr soll ein möglicher Einsatz von PowerLAN Adaptern getestet werden.

Solche Adapter sind in Fellbach bereits teilweise im Einsatz, da die Metallcontainer das WLAN-Signal extrem dämpfen.

Ebenso hat sich organisatorisch einiges getan. Mit Arno Schenk haben wir nun einen Flüchtlingshilfekoordinator. Er ist unter freifunkhilft@freifunk-stuttgart.de erreichbar. Wie der Name der E-Mailadresse zeigt, ist diese Adresse für alle sozialen Projekte gedacht, die Informationen oder Unterstützung beim Einrichten eines Freifunk-Netzes benötigen.

Heute ist eine Kampagne gestartet, um Refugees Emancipation e.V. zu unterstützen. Refugees Emancipation hat das Ziel, Internetcafés in Flüchtlingsunterkünften aufzubauen. Das Besondere dabei ist, dass dies durch Asylsuchende und Flüchtlinge selbst organisiert und umgesetzt wird. Teilweise wird schon mit Freifunk kooperiert. Freifunk, aber auch viele andere Organisationen/Firmen wie der CCC oder die Digitale Gesellschaft unterstützen die aktuelle Spendenkampagne:
RE_SuperBanner

Freifunk in der Flüchtlingshilfe

Bereits in der Vergangenheit haben wir schon mehrfach über Freifunk in Flüchtlingsunterkünften berichtet. Aber auch die Medien haben dieses Thema aufgegriffen – zuletzt bei Spiegel Online, der Stuttgarter Zeitung oder den Stuttgarter Nachrichten (im Wiki findet sich eine Sammlung mit Links zu Berichten über Freifunk Stuttgart).
Auch aufgrund dieser Berichterstattung haben wir sehr viele Anfragen von Freundes- und Arbeitskreisen aus der Flüchtlingshilfe bekommen – überwiegend aus Baden-Württemberg, aber auch aus der ganzen Republik, z.B. aus Franken oder Sachsen. Dies freut uns und wir teilen gerne unsere Erfahrungen. Um aber die ersten aufkommenden Fragen vorab zu klären, haben wir einen neuen Punkt in unseren FAQs erstellt. Zudem hat der Freundeskreis Süd uns Dokumente zum Vorgehen und zu allgemeinen Fragen zur Verfügung gestellt, welche in unserem Wiki heruntergeladen werden können. Ein herzliches Dankeschön, dass der Freundeskreis seine Erfahrungen weitergibt. Sicherlich kann vieles auch auf andere Kommunen übertragen werden.

Außerdem wird seit dieser Woche im Landkreis Ludwigsburg eine weitere Flüchtlingsunterkunft mit Freifunk Stuttgart versorgt. Möglich gemacht hat dies ebenfalls der lokale Freundeskreis, der sogar die komplette Konfiguration und Installation übernommen hat. Somit werden aktuell über die Infrastruktur von Freifunk Stuttgart sechs Unterkünfte versorgt. Aber nicht nur Freifunk Stuttgart ist aktiv, sondern viele Freifunk Communities – wo überall, ist im Wiki von freifunk.net zu finden.

Ein weiterer Grund für diesen Blogbeitrag ist ein am 15.08.2015 erschienener Artikel auf der Homepage der Flüchtlinshilfe Baden-Württemberg, über den wir uns sehr gefreut haben. Zum einen werden dadurch mehr Leute darauf aufmerksam, dass durch Freifunk den Menschen einfach und kostengünstig Zugang zum Internet ermöglicht werden kann. Zum anderen freut uns die Ankündigung des Staatsministeriums, dass das Land Baden-Württemberg die Landeserstaufnahmestellen mit WLAN versorgen möchte. Wir Freifunker sind für Gespräche offen und helfen gerne bei der Umsetzung. Diese Aussage gilt vermutlich auch für die anderen Freifunk-Communities in Baden-Württemberg – sei es im Rhein-Neckar-Gebiet, in Karlsruhe, am Dreiländereck, in Ulm oder andernorts.

Flüchtlingsunterkunft in Fellbach mit Freifunk versorgt

Seit knapp zwei Wochen wird in Fellbach die erste Flüchtlingsunterkunft mit Freifunk Stuttgart versorgt.
Bereits nach der gelungenen Installation in Gomadingen hat Freitag Kontakt zum Freundeskreis Asyl Fellbach aufgenommen. Stefan vom Freundeskreis war sofort begeistert von der Freifunk-Idee und wollte das in den Container-Unterkünften umsetzen. Ähnlich wie in den anderen Installationen, sollte der Internetanschluss über den Freundeskreis laufen und von diesem finanziert werden.
Nach einem ersten vor Ort Termin ging es in die Detailplanung. Es wurde ein Provider mit vierwöchiger Vertragslaufzeit gewählt und überlegt, welche Freifunk-Hardware vor Ort Sinn macht. Problem bei dieser Unterkunft ist nämlich, dass es sich um metallene Wohncontainer handelt, welche das WLAN-Signal entsprechend dämpfen.
Vor zwei Wochen wurde dann endlich der Internetanschluss freigeschaltet und Stefan konnte vier Router installieren. Mittlerweile hat Stefan die Platzierung der Freifunk-Knoten etwas optimiert und das Netz läuft stabil. Freifunk wurde sehr gut angenommen und die Bewohner sind mehr als glücklich. Surfen, Chatten und E-Mails schreiben funktioniert einwandfrei, gar Youtube-Clips laufen meist flüssig. Nur das Skypen klappt nicht zu jederzeit. Dies liegt unter anderem daran, dass sich bis zu 80 Endgeräte einen gewöhnlichen DSL-Anschluss teilen.

Mit dieser Unterkunft werden durch Freifunk Stuttgart in Kooperation mit dem jeweiligen Freundeskreis/Arbeitskreis fünf Unterkünfte versorgt. Weitere Flüchtlingsunterkünfte in Stuttgart und der Region haben Interesse bekundet. Teilweise ist aber die Bereitstellung eines Internetzugangs nicht einfach, da der Freundeskreis es zum einen finanzieren muss und zum anderen die Erlaubnis der Kommune bzw. des Eigentümers benötigt, in den Unterkünften eine Internetanschluss installieren zu lassen.

Bundesweit werden weit mehr Flüchtlingsunterkünfte durch die verschiedenen Freifunk-Communities versorgt. Eine Sammlung ist im freifunk.net Wiki zu finden.

Treffen 13.07.2015

Kommenden Montag findet unser Monatstreffen um 19 Uhr im shackspace, Ulmer Str. 255, S-Wangen.
Eine Agenda, die gerne noch ergänzt werden kann, findet ihr im Wiki.
Themen sind u.a. die Entwicklung in den Flüchtlingsheimen (mittlerweile werden fünf Unterkünfte mit Freifunk Stuttgart versorgt). Ein Rückblick auf vergangene Veranstaltungen, sowie die konkretere Planung von kommenden Veranstaltungen.

Wer Aufkleber benötigt oder unsere neuen Flyer/Aufsteller „Digitale Gastfreundschaft“ kann beim Treffen welche bekommen.

Unser neuer Aufsteller "Digitale Gastfreundschaft"
Unser neuer Aufsteller „Digitale Gastfreundschaft“

Eingeladen sind alle Interessierten, FreifunkerInnen, Vereinsmitglieder und solche, die es werden wollen.

Freifunk Stuttgart auf dem Heusteigviertelfest

Vergangenes Wochenende fand das 37. Heusteigviertelfest im Stuttgarter Süden statt.
Wie im letzten Blogartikel berichtet, war der Freundeskreis Süd mit einem Infostand vertreten, um über ihr ehrenamtliches Engagement in den Flüchtlingsunterkünften vor Ort zu informieren. Unter anderem das Frauenfrühstück, Kinderbetreuung oder die Kleiderkammer, wofür beispielsweise aktuell keine Kleiderspenden gesucht werden, sondern Menschen, die ehrenamtlich die Kleiderausgabe betreuen können. Neben diesen Bereichen gibt es seit dem 24.6. auch Freifunk in einer Flüchtlingsunterkunft im Stuttgarter Süden. Hierfür hat der Freundeskreis Spenden gesammelt und alles organisiert, um einen DSL-Anschluss vor Ort zu bekommen und diesen zu finanzieren.

Infostand des Freundeskreis Süd
Infostand des Freundeskreis Süd

Von uns Freifunkern waren Flip und Christoph (zu Anfang) vor Ort. Um aber nicht nur über Freifunk zu informieren, hat Flip Franks Demonode ausgeliehen, welcher schon bei der Steinlachmesse in Mössingen zum Einsatz kam. Somit konnten wir den Besuchern via LTE-Router Zugang zum Freifunk Stuttgart Netz ermöglichen.

Franks Demonode samt LTE-Router
Franks Demonode samt LTE-Router

Unabhängig vom Freundeskreis Süd kam noch eine telefonische Anfrage bei Thomas von der Karnevalsgesellschaft Gesellschaft Möbelwagen e.V. rein, welche ebenfalls auf dem Heusteigviertelfest vertreten waren und ihren Besuchern gerne Freifunk angeboten hätte. Dank des Demonodes und der Nähe des Standes (ca. 30 m), konnten wir dort einen weiteren Freifuk-Router einstecken und dank Mesh (WLAN-Verbindung der Router) konnten auch dort die Besucher versorgt werden.
Nachdem der Infostand des Freundeskreises Süd am frühen Abend abgebaut wurde, ging es bei der Gesellschaft Möbelwagen bis Mitternacht weiter. Flip hat den Demonode beim Infostand ab- und bei der Gesellschaft Möbelwagen wieder aufgebaut. Frank hat für beide Nodes eine kumulierte Nutzergrafik erstellt. Als der eine Freifunk-Router nicht mehr benötigt wurde, gibt es eine kurze Lücke, welche Frank interpoliert hat (farbig hervorgehoben).

Nutzerstatistik für das Heusteigviertelfest
Nutzerstatistik für das Heusteigviertelfest

Ohne viel Werbung für das Freifunkangebot waren immer zwischen fünf und zehn Endgeräte verbunden. Gegen Ende hat es sich wohl etwas herumgesprochen, so dass knapp 20 Endgeräte online waren.
Vielen Dank nochmals an den Freundeskreis Süd, dass sie über ihr WLAN und somit über uns informiert haben und wir an deren Stand auch etwas über Freifunk informieren durften – mit vielen positiven Rückmeldungen. Teils gar messbar. Denn seit dem Heusteigviertelfest gibt es zwei neue Standorte im Stuttgarter Süden 😀

Falls jemand „sein“ Straßenfest mit Freifunk versorgen möchte, informieren wir gerne und unterstützen dies. Am besten und einfachsten ist es, wenn es vor Ort in der Nähe des Festes einen Internetanschluss gibt, der verwendet werden kann.

2. Stuttgarter Flüchtlingsheim mit Freifunk

Was lange währt, wird endlich gut. Wie im letzten Blogartikel angekündigt, wird nun seit dem 24.06.2015 ein Flüchtlingsheim im Stuttgarter Süden mit Freifunk versorgt.
Möglich gemacht hat dies das Engagement des Freundeskreis Süd, insbesondere von Gido und Reinhard. Beide waren bereits seit längerem auf der Suche den Menschen in der Unterkunft kostengünstig Zugang zum Internet zu ermöglichen ohne rechtliche Bedenken für den Anschlussinhaber. Dank des Artikels im Lift Magazins wurde Reinhard auf Freifunk aufmerksam und prompt sind beide zu unserem Februartreffen im shackspace gekommen.
Dort konnten wir viele Fragen beantworten und gemeinsam nach einer Lösung suchen. Klar war, für Freifunk ist ein Internetanschluss vor Ort oder aus der Nachbarschaft notwendig. Dieses Problem galt es zu lösen. Nach vielen Gesprächen und diversen Schriftwechseln konnte Gido eine Lösung finden: Der Freundeskreis bekam die Erlaubnis einen DSL-Anschluss installieren zu lassen. Dieser Anschluss sowie der Freifunk-Router wird durch Spenden des Freundeskreises finanziert. Diesen Freifunk Router hat Flip konfiguriert.

Am Mittwoch sollte der Internetanschluss freigeschaltet werden. Nachmittags haben sich dann Gido und Reinhard vom Freundeskeis, sowie Flip und Christoph von den Freifunkern vor Ort getroffen. Gido hat noch den DSL-Router eingerichtet und Flip konnte direkt den Freifunk-Knoten einsöpseln.

Das Ergebnis sah folgendermaßen aus:

Drei glückliche Freifunker (cc-by-nc-nd Reinhard Otter)
Drei glückliche Freifunker (Creative Commons License Reinhard Otter. Dieses Bild steht unter Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 International License.)

Mit der jetzigen Konfiguration wird der Gemeinschaftsraum und Teile der Unterkünfte versorgt. Bereits am Mittwoch wurde das Angebot dankbar von den Bewohnern angenommen. So dass es auch hier ein Stück digitale Gastfreundschaft angekommen ist.

Unser neuer Aufsteller "Digitale Gastfreundschaft"
Unser neuer Aufsteller „Digitale Gastfreundschaft“

Über einen weiteren Ausbau des Netzes wird nachgedacht, damit die Flüchtlinge auch in ihren Zimmern das Freifunk-Netz nutzen können. Hierzu wäre allerdings mehr Bandbreite sinnvoll. Es gibt bereits Überlegungen der Bewohner, Teile des eingesparten Geld für mobiles Internet zu nutzen und in mehr Bandbreite und Freifunk-Knoten zu investieren. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass direkte Nachbarn etwas Bandbreite via Freifunk teilen.
Wer mehr Informationen zur Arbeit des Freundeskreises und zu deren WLAN-Projekt mit Freifunk haben möchte oder ein Teil seines Internets zur Verfügung stellen hat, hat morgen dem 27.06.2015 auf dem Heusteigviertel Straßenfest Gelegenheit dazu. Der Freundeskreis Süd wird dort Höhe Mozartstraße 32 von 13-18 Uhr mit einen Infostand vertreten sein. Vor Ort wird temporär ein mobiler Freifunk-Zugang vorhanden sein.

Diese Lösung zeigt, dass es ähnlich wie in Gomadingen auch in Stuttgart funktionieren kann. Also durch eine Privatinitiative kann ein DSL-Anschluss sowie die Hardware finanziert werden und mit der Freifunk-Technologie der Zugang ins Netz risikolos ermöglicht werden. Dauerhaft wäre es natürlich schön, wenn sich von politischer Seite etwas ändern würde, dass solche Konstrukte nicht mehr notwendig sind. Doch bis dahin kann diese Einrichtung hoffentlich als Modell für weitere Stuttgarter Flüchtlingsunterkünfte dienen.