Flüchtlingsunterkünfte in Gomadingen mit Freifunk

Am 01.03.2015 hat uns Ulrich vom Arbeitskreis Asyl Gomadingen per E-Mail kontaktiert. Seine Frage lautete: „Gibt es eine Möglichkeit, das ehemalige Feriendorf auf der schwäbischen Alb mit Freifunk zu versorgen?“.
Die kurze Antwort lautete 20 Minuten später „Ja!“, denn wie bereits hier berichtet unterstützen wir solche Vorhaben. Allerdings ist es notwendig, dass eine Internetanbindung vor Ort oder im Dorf vorhanden sein muss.
Via Kurznachrichten hat Flip zugesagt, bei einer Umsetzung und Installation vor Ort zu helfen. Der Freundeskreis Asyl konnte einen Internetanschluss im Feriendorf organisieren.
Am 09.03.2015 hat Christoph beim Freifunktreffen im shackspace das Vorhaben vorgestellt. Das Projekt wurde im Plenum nicht nur positiv aufgenommen, sondern es haben sich einige Freifunker gefunden, die bei einem Vor-Ort-Termin und der Erstinstallation am 14.03. in Gomadingen unbedingt dabei sein wollten.
Ulrich hat zwei Freifunkrouter besorgt und sieben Freifunker haben sich mit etlicher Freifunk-Hardware und Equipment auf den Weg gemacht.

Teile des Equipments
Teile des Equipments

Vor Ort wurden wir von Jack, der guten Seele des Feriendorfs, Ulrich, den Bewohnern und Bürgermeister Betz freundlich empfangen.

Willkommens-Plakat im Gemeinschaftsraum
Plakat im Gemeinschaftsraum

Die Geräte wurden den ganzen Tag über konfiguriert und in den einzelnen Häusern installiert.

Wilhelm beim Vorbereiten der Router
Wilhelm beim Vorbereiten der Router

Der Uplink wird in Jacks Haus bereitgestellt und befindet sich in unmittelbarer Nähe des Gemeinschaftshauses.

Jacks Haus mit Uplink und Picostation auf dem Dach
Jacks Haus mit Uplink und Picostation auf dem Dach

In Jacks Haus befindet sich ein TP-Link 1043nd v2, ebenso im Gemeinschaftshaus. Das Signal wird von Jacks Haus über eine Ubiquiti Picostation auf dem Gelände verteilt, um die 66 bis 90 Meter zu den Unterkünften zu überwinden.

Blick auf die Häuser der Flüchtlinge
Blick auf die Häuser der Flüchtlinge

Das Signal der Picostation wird von drei TP-Link 841nd in den sechs Häusern der Flüchtlinge aufgegriffen und dort verteilt. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes Mesh-Netzwerk, d.h. die Systeme stellen selbständig Verbindungen untereinander her und wählen dabei ohne manuelle Eingriffe immer den besten Weg, so dass auch Erweiterungen einfach möglich sind.

TP-Link 841nd mit Blick auf Jacks Haus
TP-Link 841nd mit Blick auf Jacks Haus

Die Installation der Geräte wurde immer wieder „unterbrochen“ und wir wurden von der Gastfreundschaft der Bewohner überwältigt. Bei Kaffee und Tee konnten wir uns mit einigen Bewohnern austauschen. Dies war wirklich eindrucksvoll und hat uns in unserem Tun mehr als bestätigt.
Ein größeres Apartmenthaus konnte noch nicht versorgt werden, da dies hinter einer Kuppe liegt und damit keine direkte Funkverbindung besteht. Hierfür wäre eine weitere Picostation auf der Kuppe notwendig – oder die Anbindung an mit dem Internet verbundene Freifunk-Knoten im Ort.
Am Ende eines langen Tages sind die sieben Freifunker glücklich nach Hause gefahren.
Diesen Freitag wurde der Internetanschluss geschaltet und seitdem ist über das Freifunknetz auch der Zugang zum Internet möglich. Somit haben alle Bewohner in ihren Unterkünften oder zumindest im Gemeinschaftshaus, die Möglichkeit mit der Heimat zu kommunizieren, Vokabeln nach zu schlagen und sich zu informieren – ohne teures Datenpaket.

Screenshot der Nodes (Punkte) und des Mesh-Netzwerk (grüne Linien)
Screenshot der Nodes (Punkte) und des Mesh-Netzwerk (grüne Linien) – Kartendaten von Lyrk & OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL

Es war sicherlich nicht das letzte Mal im idyllischen Gomadingen – denn in den nächsten Monaten werden weitere Häuser bezogen und das Apartmenthaus gilt es zu versorgen – wir freuen uns!

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